Il trovatore

by Giuseppe Verdi libretto (German Italian)


Personen

Manrico (der Troubadour), Offizier des Fürsten Urgel, vermeintlicher Sohn Azucenas (Tenor)
Graf Luna, junger aragonischer Edelmann (Bariton)
Leonora, Gräfin von Sargosta und Hofdame der Prinzessin von Aragón (Sopran)
Azucena, eine Zigeunerin (Mezzosopran oder Alt)
Ferrando, Hauptmann im Heer des Grafen Luna (Bass)
Ines, Leonoras Gesellschafterin (Sopran)
Ruiz, Soldat im Gefolge Manricos (Tenor)
ein alter Zigeuner (Bass)
ein Bote (Tenor)
Chor



Personaggi

Il conte di Luna, giovane gentiluomo aragonese (baritono)
Leonora, dama di compagnia della Principessa d'Aragona (soprano)
Azucena, zingara della Biscaglia (mezzosoprano)
Manrico, ufficiale del principe Urgel e presunto figlio di Azucena (tenore)
Ferrando, capitano degli armati del conte di Luna (basso)
Ines, confidente di Leonora (soprano)
Ruiz, soldato al seguito di Manrico (tenore)
Un vecchio zingaro (basso)
Un messo (tenore)
Compagne di Leonora e religiose, familiari del conte, uomini d'arme, zingari e zingare (coro)

La trama - oltremodo intricata e romanzesca - si sviluppa parte in Biscaglia e parte in Aragona all'inizio del XV secolo.



ERSTER AKT

Erste Szene

Halle im Schloß Aliaferia, seitlich eine Tür zu
den Gemächern des Grafen Luna. Ferrando
und zahlreiche Gefolgsleute haben sich neben
der Tür gelagert; im Hintergrund patrouillieren
einige Bewaffnete.



FERRANDO
Habt acht! Habt acht!
Den Graf habt ihr wachend zu erwarten.
Manchmal verbringt er die ganze Nacht
unter den Balkonen seiner Liebsten.

GEFOLGE
Die wilden Schlangen der Eifersucht
nagen in seiner Brust.

FERRANDO
In dem Troubadour, der nächtens
seine Stimme in den Gärten erhebt,
fürchtet zu Recht er einen Rivalen.

GEFOLGE
Nimm doch den Schlaf
von unsern schweren Lidern
und erzähle uns die wahre Geschichte
von Garcia, dem Bruder unseres Grafen!

FERRANDO
Das werde ich tun; bildet einen Kreis.

ATTO PRIMO

Scena prima

Atrio nel palazzo dell'Aliaferia, porta da
un lato che mette agli appartamenti del
Conte di Luna. Ferrando e molti
familiari del Conte, che giacciono
presso la porta, alcuni uomini d'arme
che passeggiano in fondo.


FERRANDO
All'erta! All'erta! Il Conte
n'è d'uopo attendere vigilando,
ed egli talor presso i veroni
della sua casa, intere passa le notti.

UOMINI
Gelosia le fiere serpi
gli avventa in petto.

FERRANDO
Nel Trovator, che dai giardini
muove notturno il canto,
d'un rivale a dritto ei teme.

UOMINI
Dalle gravi palpebre
il sonno a discacciar,
la vera storia ci narra
di Garzia, germano al nostro Conte.

FERRANDO
La dirò, venite intorno a me.

BEWAFFNETE
Laßt uns hören, laßt uns hören.

FERRANDO
Der gute Graf Luna lebte glücklich
als Vater zweier Söhne.
Die treue Amme des Jüngeren
schlief an der Wiege.
Beim ersten Schimmer des neuen Tages
öffnet sie eines schönen Morgens die Augen,
und was sieht sie bei dem Kinde?

GEFOLGE
Wen?... Sprich... Wen? Wen nur?

FERRANDO
Eine böse Zigeunerin, eine finstere Alte
mit allen Symbolen einer Hexe!
Auf den Knaben heftet sie mit düsterem Antlitz
ihre grausigen, blutunterlaufenen Augen.
Die Amme packt Entsetzen...
Einen schrillen Schrei stößt sie aus,
und schneller, als der Mund es sagen kann,
stürzen die Diener ins Zimmer,
und mit Drohungen, Geschrei und Hieben
verjagen sie das böse Weib, das einzudringen wagte.

GEFOLGE
Gerecht war die Wut in ihrer Brust;
die verrückte Alte hatte es herausgefordert.

FERRANDO
Sie versicherte, nichts anderes habe sie gewollt

ALTRI
Noi pure... Udite, udite.

FERRANDO
Di due figli vivea padre beato,
il buon Conte di Luna.
Fida nutrice del secondo nato
dormia presso la cuna.
Sul romper dell'aurora un bel mattino,
ella dischiude i rai
e chi trova d'accanto a quel bambino?

UOMINI
Chi? favella... Chi? chi mai?

FERRANDO
Abbietta zingara, fosca vegliarda!
Cingeva i simboli di maliarda!
E sul fanciullo, con viso arcigno,
l'occhio affiggeva torvo, sanguigno!
D'orror compresa è la nutrice;
acuto un grido all'aura scioglie;
ed ecco, in meno che labbro il dice
i servi accorrono in quelle soglie;
e fra minacce, urli, percosse
la rea discacciano ch'entrarvi osò.

UOMINI
Giusto quei petti sdegno commosse;
l’infame vecchia lo provocò!

FERRANDO
Asserì che tirar del fanciullino

als des Knäbleins Zukunft zu sehen. Das log sie!
Ein langsames Fieber
zerstörte die Gesundheit des Armen!
Bleich, ermattet und erschöpft
zitterte das Kind am Abend,
indessen es tagsüber jämmerlich weinte...
Es war verhext!
Man verfolgte die Hexe,
ergriff sie und verdammte sie zum Scheiterhaufen;
doch es überlebte die verfluchte Tochter,
das Werkzeug ihrer bösen Rache.
Sie beging ein scheußliches Verbrechen!
Der Knabe verschwand,
und man fand die Glut eines Feuers
just an der Stelle,
wo man die Hexe verbrannt hatte!
Darin aber lagen... o weh!... die Knochen eines Kindes,
die, halb verbrannt, noch immer rauchten!

GEFOLGE
Die Schändliche! Welch ein infames Weib!
Ekel, Entsetzen weckt sie in mir.
Und der Vater?

FERRANDO
Er lebte wenige und traurige Tage:
Doch ein unbekanntes Gefühl
des Herzens ließ ihn ahnen,
daß sein Sohn nicht tot sei.
Und als er im Sterben lag, begehrte er,
daß unser Herr ihm schwor, die Suche

l'oroscopo volea. Bugiarda!
Lenta febbre del meschino
la salute struggea!
Coverto di pallor, languido,
affranto, ei tremava la sera,
e il dì traeva in lamentevol pianto:
ammaliato egl'era!
La fattucchiera perseguitata,
fu presa e al rogo fu condannata:
ma rimanea la maledetta
figlia, ministra di ria vendetta!
Compi quest'empia nefando eccesso!
Sparve il fanciullo,
e si rinvenne mal spenta brace
nel sito istesso
ov'arsa un giorno la strega venne!
E d'un bambino, ahimè l'ossame
bruciato a mezzo, fumante ancor!

UOMINI
Ah scellerata! Oh donna infame!
Del par m'investe ira ed orror!
E il padre?

FERRANDO
Brevi e tristi giorni visse;
pur ignoto del cor presentimento
gli diceva che spento
non era il figlio; ed a morir vicino
bramò che il signor nostro
a lui giurasse di non cessar

nie aufzugeben... Ach! Es war vergebens!

GEFOLGE
Und von jener dort gab's keine weitere Kunde mehr?

FERRANDO
Keine Kunde!
Oh, wenn ich sie nur
eines Tages entdeckte!...

GEFOLGE
Könntest du sie denn erkennen?

FERRANDO
Trotz all der vergangenen Jahre... Ja, ich könnte es!

GEFOLGE
Es wäre an der Zeit,
sie ihrer Mutter in die Hölle folgen zu lassen.

FERRANDO
In die Hölle?
Manche denken, daß die verlorene Seele
der frevelhaften Hexe noch auf der Erde lebt
und sich bei verfinstertem Himmel
in verschiedenen Formen zeigt.

ALLE
Wie wahr! Wie wahr! Wie wahr! Wie wahr!
Am Rand der Dächer

le indagini. Ah! fur vane!

UOMINI
E di colei non s'ebbe contezza mai?

FERRANDO
Nulla contezza!
Oh! dato mi fosse
rintracciarla un dì!

UOMINI
Ma ravvisarla potresti?

FERRANDO
Calcolando gli anni trascorsi, lo potrei.

UOMINI
Sarebbe tempo presso la madre
all'inferno spedirla.

FERRANDO
All'inferno?
È credenza che dimori ancor
nel mondo l'anima perduta
dell'empia strega, e quando il ciel è nero
in varie forme altrui si mostri.

TUTTI
È vero! È vero! È vero! È ver!
Sull'orlo dei tetti

hat sie einer gesehen!
Mal wird sie ein Wiederhopf, dann eine Eule!
Gelegentlich in einen Raben, öfter in einen Kauz,
der beim Morgengrauen pfeilschnell davonfliegt.

FERRANDO
Vor Angst starb ein Diener des Grafen,
der die Zigeunerin auf die Stirn geschlagen hatte.
Er starb vor Angst, er starb, er starb vor Angst!

GEFOLGE
O weh! O weh! Er starb! O weh! O weh! Er starb!

FERRANDO
Sie erschien ihm als Uhu
in der völligen Stille seines Zimmers!

GEFOLGE
Als Uhu! Als Uhu!

FERRANDO
Mit leuchtenden Augen schaute sie
... schaute sie, dann erschreckte sie den Himmel
mit einem unheilvollen Schrei.

GEFOLGE
Schaute sie! Schaute sie!

FERRANDO
Gerade als es Mitternacht schlug... Ah!

alcun l'ha veduta!
In upupa o strige talora si muta!
In corvo tal'altra; più spesso in civetta,
sull'alba fuggente al par di saetta!

FERRANDO
Morì di paura un servo del Conte
che avea della zingara percossa la fronte!
Morì, morì di paura, morì, morì, morì di paura!

UOMINI
Ah! Ah! Morì! Ah! Ah! Morì!

FERRANDO
Apparve a costui d'un gufo in sembianza,
nell'alta quiete di tacita stanza!

UOMINI
D'un gufo! D'un gufo!

FERRANDO
Con occhi lucenti guardava,
guardava il cielo attristando
d'un urlo feral!

UOMINI
Guardava! Guardava!

FERRANDO
Allor mezzanotte appunto suonava! Ah!

GEFOLGE
Ah!
(Es schlägt Mitternacht.)

ALLE
Ah! Sie sei verflucht, die Hexe der Hölle! Ah!
(Das Gefolge eilt zur Tür, die Bewaffneten
begeben sich rasch auf ihre Posten.)





Zweite Szene

Die Gärten des Palastes. Rechts führt eine
Marmortreppe zu den Gemächern.
Dichte Wolken verbergen den Mond.
Leonora und Ines gehen spazieren.


INES
Was verweilst du noch?
Es ist spät, komm.
Du hörtest, daß die Prinzessin
nach dir gefragt hat!

LEONORA
Eine weitere Nacht, in der ich ihn nicht sehe!

INES
Du nährst eine gefährliche Flamme!
Oh, wie nur und wo hat sich der erste Funke
in dir entzündet?

LEONORA
Beim Turnier. Ich sah ihn:
In dunklem Gewand und Helm,

UOMINI
Ah!
(Suona mezzanotte.)

TUTTI
Ah! Sia maledetta la strega infernal! Ah!
(Si ode un tamburo. Gli uomini d'arme
accorrono in fondo. I famigliari si tengono
verso la porta.)




Scena seconda

Il giardino del palazzo. Sulla destra marmorea
scalinata che mette negli appartamenti.
Dense nubi coprono la luna. Leonora ed Ines
passeggiano.


INES
Che più t'arresti?
L'ora è tarda; vieni;
di te la regal donna chiese;
l'udisti.

LEONORA
Un'altra notte ancora senza vederlo!

INES
Perigliosa fiamma tu nutri!
Oh come, dove la primiera favilla
in te s'apprese?

LEONORA
Ne' tornei. V'apparve,
bruno le vesti ed il cimier,

dunkel auch der wappenlose Schild,
ein unbekannter Ritter, der beim Tjost
die Ehren errang... Den Kranz drückte
ich ihm aufs Haar...
Seither begann der Bürgerkrieg... Ich sah ihn nie mehr!
Als verginge das Bild
von einem goldenen Traum!
Eine lange Zeit verstrich... doch dann...

INES
Was geschah?

LEONORA
Höre denn!
Still war die milde Nacht,
und schön zeigte sich am heitern Himmel
das silberne Antlitz des Mondes
fröhlich und voll...
Da klang es in der Luft,
die bis dahin so still gewesen war...
Sanft und klagend waren
die Akkorde einer Laute zu hören,
und ein Troubadour
sang seine melancholischen Verse.
Es waren bittende, demütige Verse,
als flehte ein Mensch zu Gott;
Darinnen kam immer wieder
ein Name vor... mein Name!
Ich stürzte auf den Balkon...
Er war es, er selbst war es!...
Eine Freude erlebte ich
wie sonst wohl nur Engel sie kennen!...
Dem Herzen, dem ekstatischen Blick

Io scudo bruno e di stemma ignudo,
sconosciuto guerrier,
che dell'agone gli onori ottenne.
Al vincitor sul crine il serto io posi.
Civil guerra intanto arse - nol vidi più!
Come d'aurato sogno
fuggente immago! ed era volta
lunga stagion, ma poi...

INES
Che avvenne?

LEONORA
Ascolta!
Tacea la notte placida
e bella in ciel sereno;
la luna il viso argenteo
mostrava lieto e pieno!
Quando suonar per l'aere,
infino allor sì muto,
dolci s'udiro e flebili
gli accordi d'un liuto,
e versi melanconici
un trovator cantò.
Versi di prece ed umile,
qual d'uom che prega Iddio:
in quella ripeteasi un nome,
il nome mio!
Corsi al veron sollecita...
Egli era, egli era desso!
Gioia provai che agl'angeli
solo è provar concesso!
Al cor, al guardo estatico

erschien die Erde wie ein Himmel!
Den Herzen, usw.

INES
Was du erzählst,
verstört meine Seele zutiefst!... Ich fürchte...

LEONORA
Vergebens!

INES
Unklar und doch traurig ist die Ahnung,
die mir durch diesen rätselhaften Mann
entsteht!
Sieh zu, daß du ihn vergißt.
LENORA
Was sagst du? Genug!

INES
Höre auf den Rat der Freundin,
Höre!

LEONORA
Ihn vergessen! Ah! Du sagst etwas,
das meine Seele nicht versteht.
Von dieser Liebe,
die sich kaum in Worte fassen läßt,
von dieser Liebe, die nur ich begreife,
ist das Herz berauscht!
Mein Schicksal kann sich nur erfüllen,
wenn er mir nahe ist...
Wenn ich nicht für ihn leben kann,
dann sterbe ich für ihn!

la terra un ciel sembrò!
Al cor, ecc.

INES
Quanto narrasti di turbamento
m'ha piena l'alma! Io temo...

LEONORA
Invano!

INES
Dubbio, ma tristo presentimento
in me risvegli quest'uomo arcano!
Tenta obbliarlo.

LEONORA
Che dici? Oh basti!

INES
Cedi al consiglio dell'amistà,
cedi!

LEONORA
Obliarlo! Ah! tu parlasti detto
che intender l'alma non sa.
Di tale amor che dirsi
mal può dalla parola,
d'amor che intendo io sola,
il cor s'inebriò.
Il mio destino compiersi
non può che a lui d'appresso.
S'io non vivrò per esso,
per esso morirò,

Wenn ich nicht für ihn leben kann, usw.
(Sie verschwinden in ihren Gemächern.
Danach tritt der Graf auf.)


GRAF
Still ist die Nacht!
In tiefem Schlaf
wird sicher die Prinzessin liegen.
Doch ihre Dame schläft nicht -
Oh! Leonora, du bist wach:
das sagt mir der zitternde Strahl dort am Balkon
der nächtlichen Lampe.
Ah! Die Flamme der Liebe
verbrennt mir jede Faser!
Ich muß dich einfachen sehen,
du mußt mich erhören! Ich komme.
Für uns ist das höchste dieser Augenblick.
(Blind vor Liebe stürzt er auf die Treppe zu...
Es erklingt eine Laute; der Graf verhält seinen Schritt.)
Der Troubadour! Ich bebe!

MANRICO (hinter der Szene)
Auf Erden verlassen,
im Krieg ein böses Geschick,
da kann nur ein einziges Herz
dem Troubadour Hoffnung geben!

GRAF
Oh, diese Worte! Ich zittere!

MANRICO
Doch wenn ihm dies Herz gehört,
so schön in seinem keuschen Glauben...

s'io non vivrò per esso, ecc.
(Entrano nei loro appartamenti. Poi viene il
Conte di Luna.)

CONTE
Tace la notte!
Immersa nel sonno
è certo la regal signora:
ma veglia la sua dama -
Oh! Leonora, tu desta sei:
mel dice da quel verone
tremolante un raggio
della notturna lampa.
Ah! l'amorosa fiamma
m'arde ogni fibra!
Ch'io ti vegga è d'uopo,
che tu m'intenda. Vengo.
A noi supremo è tal momento.
(Fa per montare la scala, ma si ferma,
sentendo il liuto.)
Il Trovator! Io fremo!

MANRICO (fuori scena)
Deserto sulla terra,
col rio destin in guerra,
è sola speme un cor,
un cor al Trovator.

CONTE
Oh detti! Io fremo!

MANRICO
Ma s'ei quel cor possiede,
bello di casta fede,

GRAF
Oh, diese Worte!

MANRICO
Dann ist er größer als jeder König...

GRAF
O Eifersucht!

MANRICO
Dann ist er größer als jeder König,
der Troubadour!

GRAF
Ich irre mich nicht... Sie kommt herunter!
(Leonora geht in den Garten hinunter und eilt
auf den Grafen zu.)


LEONORA
Mein Liebster!

GRAF
(Was tun?)

LEONORA
Die Stunde ist später als sonst;
die Schläge meines Herzens
zählten die Augenblicke!
Doch jetzt führt dich die barmherzige Liebe
in diese Arme.

MANRICO (noch zwischen den Sträuchern)
Ungetreue!
(Der Mond scheint zwischen den Wolken
hervor; man sieht eine Person, deren Gesicht
sich hinter einem Visier verbirgt.)

CONTE
Oh detti!

MANRICO
È d'ogni re maggior...

CONTE
Oh gelosia!

MANRICO
È d'ogni re maggior,
maggior il Trovator.

CONTE
Non m'inganno... Ella scende!
(Leonora scende nel giardino e corre verso il
Conte.)

LEONORA
Anima mia!

CONTE
(Che far?)

LEONORA
Più dell'usato è tarda l'ora:
io ne contai gl'istanti
co' palpiti del core!
Alfin ti guida pietoso amor
fra queste braccia.

MANRICO (ancora fra gli alberi)
Infida!
(La luna si mostra dalle nuvole e rivela un
uomo di cui la visiera nasconde il volto.)


LEONORA
Welche Stimme!
(Sie erkennt die beiden und wirft sich vor
Manrico nieder.)

Ah! Im Dunkeln ließ ich mich täuschen!
An dich glaubte ich
mein Wort zu richten, nicht an ihn...
An dich, nach dem allein
meine Seele fragt, den sie ersehnt.
Ich liebe dich, das schwöre ich, ich liebe dich
mit einer gewaltigen, ewigen Liebe!

GRAF
Das wagst du?

MANRICO
Ah! Nichts mehr begehre ich!

GRAF
Ich lodere vor Wut! Ich lodere vor Wut!

LEONORA
Ich liebe dich! Ich liebe dich!

MANRICO
Ah! Nichts mehr begehre ich!

GRAF
So du kein Feigling bist, entdecke dich!

LEONORA
(O weh!)

GRAF
Offenbare deinen Namen!

LEONORA
Qual voce!
(riconoscendo entrambi, e gettandosi ai piedi
di Manrico)

Ah, dalle tenebre tratta in errore io fui!
A te credea rivolgere
l'accento, e non a lui...
A te, che l'alma mia
sol chiede, sol desia.
Io t'amo, il giuro, t'amo
d'immenso, eterno amor!

CONTE
Ed osi!

MANRICO
Ah, più non bramo!

CONTE
Avvampo di furor! Avvampo di furor!

LEONORA
Io t'amo! Io t'amo!

MANRICO
Ah, più non bramo!

CONTE
Se un vil non sei, discovriti!

LEONORA
(Ohimè!)

CONTE
Palesa il nome!

LEONORA
(Ach, um der Barmherzigkeit willen!)

MANRICO
So wisse, daß ich Manrico bin!

GRAF
Du! Wie? Wahnsinniger, Verwegener!
Gefolgsmann des Urgel,
zum Tode verurteilt, du wagst dich in die Nähe
dieser königlichen Tore?

MANRICO
Was zauderst du?
Rasch, rufe die Wachen
und überantwor te
den Rivalen dem Henker.

GRAF
Dein tödlicher Augenblick
ist noch näher,
Unsinniger! Komm... !

LEONORA
Graf!

GRAF
Als Opfer meiner Empörung
mußt du ganz einfach sterben!

LEONORA
O Himmel! Halte ein!

GRAF
Komm mit mir!

LEONORA
(Deh, per pietà!)

MANRICO
Ravvisami: Manrico io son!

CONTE
Tu! Come? Insano, temerario!
D'Urgel seguace,
a morte proscritto, ardisci
volgerti a queste regie porte?

MANRICO
Che tardi?
Or via le guardie appella,
ed il rivale al ferro
del carnefice consegna!

CONTE
Il tuo fatale istante
assai più prossimo è,
dissennato! Vieni...

LEONORA
Conte!

CONTE
Al mio sdegno vittima
è d'uopo ch'io ti sveni.

LEONORA
Oh ciel, t'arresta!

CONTE
Seguimi!

MANRICO
Laß uns gehen!

LEONORA
(Was soll ich tun?)

GRAF
Komm mit mir!

MANRICO
Laß uns gehen!

LEONORA
(Ein einziger Schrei von mir, und er ist verloren!)
Höre mich an!

GRAF
Nein!
Die Lohe eifersüchtiger,
unerwiderter Liebe wütet in mir!
Dein Blut, du Schurke, ist nicht genug,
ihre Flammen zu löschen!
Du Wahnsinnige wagtest,
ihm „Ich liebe dich" zu sagen!
Er kann nicht länger leben...
Du hat ein Wort gesagt,
das ihn zum Tode verdammt!
Du hat ein Wort, usw.

LEONORA
Laß nur für einen Augenblick
die Wut der Vernunft weichen!
Ich, nur ich allein, bin der Quell
eines solchen Feuers!
Treffe also deine Wut die Sünderin,

MANRICO
Andiam!

LEONORA
(Che mai farò?)

CONTE
Seguimi!

MANRICO
Andiam!

LEONORA
(Un sol mio grido perdere lo puote!)
M'odi!

CONTE
No!
Di geloso amor sprezzato,
arde in me tremendo il fuoco!
Il tuo sangue, o sciagurato,
ad estinguerlo fia poco!
Dirgli, o folle,
io t'amo, ardisti!
Ei più vivere non può.
Un accento proferisti
che a morir lo condannò!
Un accento proferisti, ecc.

LEONORA
Un istante almen dia loco
il tuo sdegno alla ragione:
io, sol io di tanto foco
son pur troppo la cagione!
Piombi, piombi il tuo furore

der du dein Leid verdankst...
Dein Schwert fahre in dieses Herz,
daß weder dich lieben will noch kann!

MANRICO
Hohl ist der Zorn des Hochmütigen,
er wird fallen, von mir durchbohrt.
Den Sterblichen, der in dir die Liebe weckte,
macht eben diese Liebe unbesiegbar!
(zum Grafen)
Dein Schicksal ist bereits beschlossen,
deine Todesstunde hat geschlagen!
Ihr Herz und dein Leben sind Gaben,
die mir das Schicksal aufbewahrte.

GRAF
Du Wahnsinnige! Ihm zu sagen, usw.
Dein Blut, du Schurke, ist nicht genug,
ihre Flammen zu löschen!
Du Wahnsinnige wagtest,
ihm „Ich liebe dich" zu sagen!
Er kann nicht länger, usw.

LEONORA
Treffe also deine Wut die Sünderin,
der du dein Leid verdankst...
Dein Schwert fahre in dieses Herz,
daß weder dich lieben will noch kann! usw.

MANRICO
Dein Schicksal ist bereits beschlossen,
deine Todesstunde hat geschlagen!
Ihr Herz und dein Leben sind Gaben,
die mir das Schicksal aufbewahrte, usw.

sulla rea che t'oltraggiò,
vibra il ferro in questo core
che te amar non vuol né può.

MANRICO
Del superbo è vana l'ira;
ei cadrà da me trafitto:
il mortal, che amor t'inspira,
dall'amor fu reso invitto.
(al Conte)
La tua sorte è già compita,
l'ora omai per te suonò!
Il suo core e la tua vita
il destino a me serbò!

CONTE
Dirgli, oh folle, ecc.
Il tuo sangue, o sciagurato,
ad estinguerlo fia poco!
Dirgli, o folle,
io t'amo, ardisti!
Ei più vivere non può, ecc.

LEONORA
Piombi, ah! piombi il tuo furore
sulla rea che t'oltraggiò,
vibra il ferro in questo core
che te amar non vuol né può! ecc.

MANRICO
La tua sorte è già compita,
l'ora omai per te suonò!
Il suo core e la tua vita
il destino a me serbò, ecc.

GRAF
Die Lohe eifersüchtiger,
unerwiderter Liebe wütet in mir!
Du hat ein Wort gesagt,
das ihn zum Tode verdammt! usw.
(Die beiden Widersacher entfernen sich mit gezogenen
Schwertern. Leonora sinkt ohnmächtig zu Boden.)




CONTE
Ah! di geloso amor sprezzato
arde in me tremendo il foco!
Un accento proferisti
che a morir lo condannò! ecc.
(I due uomini partono, le spade in mano.
Leonora cade, svenuta.)




ZWEITER AKT

Erste Szene

Eine verfallene Hütte am Fuße eines Berges in der Biscaya.
Im Hintergrund lodert ein großes Feuer. Der Morgen dämmert.
Azucena sitzt am Feuer. Manrico hat sich neben ihr auf
einem Lager ausgestreckt und in seinen Mantel gehüllt.
Zu seinen Füßen liegt sein Helm, in den Händen hält
er sein Schwert, das er unverwandt anstarrt.
Eine Zigeunergruppe lagert ringsumher.


ZIGEUNER
Seht! Das gewaltige Himmelsgewölbe
legt sein dunkles Nachtgewand ab;
wie eine Witwe, die sich am Ende doch
ihrer schwarzen Kleider entledigt.
Ans Werk, ans Werk! Schlage, mein Hammer!
Wer verschönt die Tage des Zigeuners?
Das Zigeunermädchen!
(zu den Frauen, mit der Arbeit innehaltend)
Schenk mir ein: Stärke und Mut
schöpfen Körper und Seele aus dem Trinken.
O schau nur, schau! Ein Sonnenstrahl

ATTO SECONDO

Scena prima

Le falde di un monte della Biscaglia. Arde un
gran fuoco. È l'alba. Azucena siede presso il
fuoco. Manrico le sta disteso accanto,
avviluppato nel suo mantello. Ha l'elmo ai
piedi e fra le mani la spada, su cui figge
immobilmente lo sguardo. Una banda di
zingari è sparsa all'intorno.


ZINGARI
Vedi! le fosche notturne spoglie
de' cieli sveste l'immensa vôlta;
sembra una vedova che alfin si toglie
i bruni panni ond'era involta.
All'opra! All'opra! Dàgli! Martella!
Chi del gitano i giorni abbella?
La zingarella!
(alle donne, sostando il loro lavoro)
Versami un tratto: lena e coraggio
il corpo e l'anima traggon dal bere.
Oh, guarda! guarda! Del sole un raggio

glänzt lebhaft auf deinem/meinem Glas!
Ans Werk! Ans Werk!
Wer verschönt die Tage des Zigeuners?
Das Zigeunermädchen!
(Während Azucena singt, scharen sich die
Zigeuner um sie.)


AZUCENA
Es lodern die Flammen! Die ungezähmte Menge
stürmt zu dem Feuer, fröhlichen Angesichts!
Freudenschreie ertönen ringsumher.
Von Schergen umgeben, naht ein Weib!
Unheimlich spielt auf den schrecklichen
Gesichtern
die düstere Flamme, die zum Himmel schlägt!
Es lodern die Flammen! Schwarz gekleidet
naht das Opfer - barfuß und in Lumpen!
Ein schrecklicher Todesschrei ertönt;
das Echo wiederholt ihn, von Klippe zu Klippe!
Unheimlich spielt, usw.
ZIGEUNER und ZIGEUNERINNEN
Traurig ist dein Lied!

AZUCENA
Nicht weniger traurig
als die unheilvolle Geschichte,
um die es darin geht.
Räche mich! Räche mich!

MANRICO
(Immer diese rätselhaften Worte!)

brilla più vivido nel mio/tuo bicchiere!
All'opra! All'opra!
Chi del gitano i giorni abbella?
La zingarella!
(Mentre Azucena canta gli zingari le si fanno
allato.)


AZUCENA
Stride la vampa! La folla indomita
corre a quel foco lieta in sembianza!
Urli di gioia intorno echeggiano:
cinta di sgherri donna s'avanza!
Sinistra splende sui volti orribili
la tetra fiamma che s'alza, che s'alza al ciel!
Stride la vampa! Giunge la vittima
nero vestita, discinta e scalza!
Grido feroce di morte levasi,
l'eco il ripete di balza in balza!
Sinistra splende, ecc.

ZINGARI
Mesta è la tua canzon!

AZUCENA
Del pari mesta
che la storia funesta
da cui tragge argomento!
Mi vendica! Mi vendica!

MANRICO
(L'arcana parola ognor!)

EIN ALTER ZIGEUNER
Kameraden, der Tag schreitet vor;
Auf, auf, wir wollen uns Brot verdienen!
Steigen wir also
zum nächsten Dorf hinab!

ZIGEUNER und ZIGEUNERINNEN
Laßt uns gehen! Laßt uns gehen!
Wer verschönt die Tage des Zigeuners? usw.
(Sie gehen singend ab.)

MANRICO
Jetzt sind wir allein. Komm
und erzähle mir die unselige Geschichte.

AZUCENA
Auch du kennst sie nicht, nicht einmal du?
Doch, mein Kleiner, der Ehrgeiz
lenkte deine Schritte weit weg.
Um das bittere Ende deiner Großmutter
geht es in dieser Geschichte... Sie wurde
von einem hochmütigen Grafen
der Zauberei bezichtigt,
beschuldigt, sie habe seinen kleinen Sohn verhext.
Verbrannt hat man sie dort,
wo jetzt das Feuer lodert!

MANRICO
O weh! Die Unselige!

AZUCENA
In Ketten führ te man sie
in ihr schreckliches Geschick;

UNO ZINGARO
Compagni, avanza il giorno;
a procacciarci un pan,
su! su! scendiamo
per le propinque ville.

ZINGARI
Andiamo! Andiamo!
Chi del gitano i giorni abbella? ecc.
(Se ne vanno, cantando.)

MANRICO
Soli or siamo. Deh, narra
quella storia funesta.

AZUCENA
E tu la ignori, tu pur?
Ma, giovinetto, i passi tuoi
d'ambizion lo sprone lungi traea!
Dell'ava il fine acerbo
è quest'istoria.
La incolpò superbo
Conte di malefizio,
onde asseria colto un bambin
suo figlio; essa bruciata venne
ov'arde quel foco!

MANRICO
Ahi! sciagurata!

AZUCENA
Condotta ell'era in ceppi
al suo destin tremendo;

Weinend folgte ich ihr,
den Sohn in meinen Armen:
Endlich wollte ich mir einen Weg
zu ihr erzwingen, doch vergebens.
Umsonst versuchte die Ärmste
stehenzubleiben, um mich zu segnen!
Unter wüstem Fluchen
stachen sie die schändlichen Schergen
mit ihren Waffen
und trieben sie so zum Scheiterhaufen! -
Da rief sie mit gebrochener Stimme:
„Räche mich!"
Dieses Wort klingt wie ein
dauerndes Echo in meinem Herzen.

MANRICO
Hast du sie gerächt?

AZUCENA
Den Sohn des Grafen vermocht' ich zu rauben;
ich nahm ihn mit mir...
Die Flammen waren schon bereit...

MANRICO
Die Flammen? O Himmel! Und dann... ?

AZUCENA
Er verzehrte sich bald in Tränen,
Ich fühlte, wie mir das Herz zerriß, zerbrach!
Da plötzlich erschien dem verstörten Geist
wie im Traum die unheilvolle Vision
erschreckender Gestalten!
Die Schergen! Und die Hinrichtung!
Das aschfahle Gesicht der Mutter...

col figlio sulle braccia,
io la seguia piangendo:
infino ad essa un varco tentai,
ma invano; aprirmi
invan tentò la misera
fermarsi e benedirmi!
Che, fra bestemmie oscene,
pungendola coi ferri,
al rogo la cacciavano
gli scellerati sgherri! -
Allor, con tronco accento,
mi vendica! sclamò.
Quel detto un eco eterno
in questo cor lasciò.

MANRICO
La vendicasti?

AZUCENA
Il figlio giunsi a rapir del Conte;
lo trascinai qui meco -
le fiamme ardean già pronte.

MANRICO
Le fiamme? Oh ciel! Tu forse...?

AZUCENA
Ei distruggeasi in pianto,
io mi sentiva il cor dilaniato, infranto!
Quand'ecco agl'egri spirti,
come in un sogno, apparve
la vision ferale di spaventose larve!
Gli sgherri! ed il supplizio!
La madre smorta in volto,

barfuß, in Lumpen!
Der Schrei! Der Schrei!
ich höre den bekannten Schrei:
„Räche mich!"
Die verkrampfte Hand strecke ich aus...
Ich packe das Opfer,
schleudere, stoße es ins Feuer!
Der tödliche Wahn vergeht,
es flieht die schreckliche Szene.
Einzig die Flammen schlagen hoch
und verschlingen ihre Beute!
Ich schaue mich um
und sehe vor mir
den Sohn des frevelhaften Grafen!

MANRICO
O weh! Was sagst du?

AZUCENA
Meinen Sohn, ich verbrannte meinen eigenen Sohn!

MANRICO
O weh! Wie entsetzlich!

AZUCENA
Ah! Meinen Sohn! Meinen Sohn!
Ich verbrannte meinen eigenen Sohn!

MANRICO
Entsetzlich! Ah! Wie entsetzlich!

AZUCENA
Und wieder fühle ich,
wie sich mir die Haare sträuben!

scalza, discinta!
Il grido! il grido!
Il noto grido ascolto!
"Mi vendica!"
La mano convulsa stendo...
stringo la vittima,
nel foco la traggo, la sospingo!
Cessa il fatal delirio,
l'orrida scena fugge,
la fiamma sol divampa,
e la sua preda strugge!
Pur volgo intorno il guardo
e innanzi a me vegg'io
dell'empio Conte il figlio!

MANRICO
Ah! che dici?

AZUCENA
Il figlio mio, mio figlio avea bruciato!

MANRICO
Ah! Qual orror!

AZUCENA
Ah! Mio figlio! Mio figlio!
Il figlio mio avea bruciato!

MANRICO
Quale orror! Ah! quale orror!

AZUCENA
Sul capo mio le chiome
sento drizzarsi ancor!

libretto by Salvadore Cammarano, Leone Emanuele Bardare
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