Manon Lescaut

by Giacomo Puccini libretto (German Italian)


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Personen

Manon Lescaut (Sopran)
Lescaut, ihr Bruder (Bariton)
Renato Des Grieux, Student (Tenor)
Geronte de Ravoir, Steuerpächter (Bass)
Edmondo, Student (Tenor)
Wirt (Bass)
Musikant (Mezzosopran)
Ballettmeister (Tenor)
Lampenanzünder (Tenor)
Sergeant der Bogenschützen (Bass)
Seekapitän (Bass)

Personaggi

Manon Lescaut (soprano)
Renato Des Grieux (tenore)
Lescaut, fratello di Manon (baritono)
Geronte di Ravoir, tesoriere generale (basso)
Edmondo, studente (tenore)
Un lampionaio (tenore)
Un musico (mezzosoprano)
Un oste (basso)
Il maestro di ballo (tenore)
Un Sergente degli Arceri (basso)
Il Comandante di Marina (basso)
Un parrucchiere (mimo)


ERSTER AKT

IN AMIENS

Ein geräumiger Platz bei der Pariser Poststation
(Rechts eine Allee, links ein Wirtshaus mit einer
Vorhalle, in der Tische und Stühle stehen. Eine äußere
Treppe führt in den ersten Stock. Studenten, Bürger
und Soldaten passieren den Platz. Andere sitzen an den
Tischen und spielen Karten.)


EDMONDO (umgeben von Studenten)
Sei gegrüßt, Abend, mag das Licht still vergehn.
Zünd’ an die Sterne, laß den Zephyr wehn.
Seid, Poeten, gegrüßt und, ach, die Liebe...

STUDENTEN
Ha ha ha!
Auf Diebe und Betrunkene!
Wir unterbrachen recht brutal dein Madrigal!

EDMONDO
Ich bin euch dankbar!
Seht das fröhliche Gedränge im grünen Schatten;
frisch, lachend, gehen die Schönen,
unsre jungen Arbeiterinnen.

ATTO PRIMO

AD AMIENS

Un vasto piazzale presso la porta di Parigi.
(Un viale a destra. A sinistra, un osteria con porticato,
sotto il quale sono disposte varie tavole. Una scaletta
conduce al primo piano. Studenti, cittadini e soldati
passeggiano per la piazza. Altri, seduti alle tavole
bevono e giocano.)


EDMONDO (attorniato da studenti)
Ave, sera gentile, che discendi
col tuo corteo di zeffiri e di stelle;
ave, cara ai poeti ed agli amanti...

STUDENTI
Ah! Ah! Ah!
Ai ladri ed ai briachi!
Noi ti abbiamo spezzato il madrigal!

EDMONDO
E vi ringrazio.
Pel vial giulive vengono a frotte a frotte
fresche, ridenti e belle
le nostre artigianelle.

STUDENTEN
Fürwahr, das tummelt froh sich...

EDMONDO
Shet, hier ist mein Madrigal,
launig, dreist und lustig.
Sie kommen in hellen Scharen,
unsre jungen Arbeiterinnen.

STUDENTEN
Frisch, lachend, gehen die Schönen.

EDMONDO
Seht, hier ist mein Madrigal, dreist und lustig,
getaucht sei meine Muse ganz in Galanterie.
(zu einigen Mädchen)
Mein Panier ist die frohe Jugend,
und die Hoffnung mein Ideal.
Hat beim Schopfe uns die Tugend,
unbezwinglich sind wir dann.

STUDENTEN
Mein Panier ist die frohe Jugend,
und die Hoffnung mein Ideal.
Hat beim Schopfe uns die Tugend,
unbezwinglich sind wir dann.
Eil’ger Frohsinn, bann’, was schmerzt,
noch blüht des Lebens holder Mai,
drum singt und scherzt...

MÄDCHEN
Wehen vom Himmel des Abendwindes Düfte,
eilen heimwärts die Schwalben
pfeilschnell durch die Lüfte.

STUDENTI
Or s’anima il viale.

EDMONDO
Preparo un madrigale
furbesco, ardito e gaio.
Vengono a frotte a frotte
le nostre artigianelle...

STUDENTI
Fresche, ridenti e belle.

EDMONDO
Preparo un madrigale furbesco e gaio,
e sia la musa mia tutta galanteria!
(ad alcune fanciulle)
Giovinezza è il nostro nome,
la speranza è nostra Iddia;
ci trascina per le chiome
indomabile virtù.

STUDENTI
Giovinezza è il nostro nome!
la speranza è nostra Iddia;
ci trascina per le chiome
indomabile virtù.
Santa ebbrezza!
Or voi, ridenti,
amorose adolescenti, date il cor.

FANCIULLE
Vaga per l’aura un’onda di profumi,
van le rondini a vol
e muore il sol.

STUDENTEN dann BÜRGER
Reicht die Herzen. reicht den Mund,
unsrer Jugend frohem Bund!

MÄDCHEN
Dann schlägt die Stunde aller Phantasie...
Dann ringt die Lebenslust mit tiefer Melancholie.
(Des Grieux tritt auf.)

STUDENTEN
Seht, Des Grieux!

EDMONDO (zu Des Grieux)
Mit uns gemeinsam, Freund, sei heiter,
überwinde den Groll um jenes Abenteuer.
Keine Antwort? Was gibt’s?
Quält dich, o Freund, weil eine Schöne
dich verschmäht, glücklos die Liebe?

DES GRIEUX
Die Liebe?... Die Liebe?...
Nicht als Tragödie, noch als Komödie
kenn’ ich diese Triebe!
(Edmondo und einige Studenten halten Des Grieux im
Gespräch fest. Andere machen den vorbeiflanierenden
Mädchen den Hof.)

STUDENTEN
Kostbar! Deine heimlichen Siege möchtest du uns
verhehlen!

DES GRIEUX
Zu viel der Ehr’ ist das, ihr Freunde.

STUDENTI, poi CITTADINI
Date il labbro, date il core
alla balda gioventù.

FANCIULLE
È questa l’ora delle fantasie
che fra le spemi lottano e le malinconie.
(Entra Des Grieux.)

STUDENTI
Ecco Des Grieux!

EDMONDO (a Des Grieux)
A noi t’unisci, amico, e ridi
e ti vinca la cura di balzana avventura.
Non rispondi? Perché?
Forse di dama inaccessibile
acuto amor ti morse?

DES GRIEUX
L’amor? L’amor?
Questa tragedia, ovver commedia,
io non conosco!
(Edmondo ed alcuni studenti si avvicinano a Des
Grieux. Altri corteggiano le fanciulle che passeggiano.)

STUDENTI
Baie! Misteriose vittorie cauto celi e felice.

DES GRIEUX
Amici, troppo onor mi fate.

EDMONDO und STUDENTEN
Beim Zeus! Du bist verstimmt, gesteh’s nur...
Vielleicht durch eine spröde Nippfigur...

DES GRIEUX
Nein, nein, ihr irrt euch...
Doch wenn’s euch Vergnügen macht...
Das Opfer sei gebracht!
(Er geht zu einer Gruppe Mädchen.)
Unter all euch schönen Kindern, blond und braun,
ist eine wohl, die gern mich beglückt,
mit rosigem Mündchen nur auf ein Stündchen?
Sag, bist du es, die ich lieben soll?
Sprich es keck nur aus, mein Kind,
daß ich mein Schicksal bald erfahre;
zeig mir geschwind deine glühenden Wangen,
dein heiß’ Verlangen.
(Edmondo und die Studenten lachen.)
Unter all euch schönen Kindern, blond und braun, usw.
Sag, bist du es, die ich lieben soll?

EDMONDO und STUDENTEN
Vortrefflich!

EDMONDO
Nun seht, Kameraden!
Wem brächte solche Werbung Schaden?

CHOR
Vortrefflich!
Laßt den Abend uns feiern!
Dabei fehlt nie ein Zecher...
Hell ertönt
und begeistert
Musik im Becherklang,

EDMONDO e STUDENTI
Per Bacco, indoviniam, amico.
Ti crucci d’uno scacco.

DES GRIEUX
No, non ancora,
ma se vi talenta, vo’ compiacervi...
e tosto!
(Si avvicina a un gruppo di fanciulle.)
Tra voi, belle, brune e bionde
si nasconde giovinetta vaga e vezzosa,
dal labbro rosa che m’aspetta?
Sei tu bionda stella? Dillo a me!
Palesatemi il destino
e il divino viso ardente
che m’innamori,
ch’io vegga e adori eternamente!
(Edmondo e gli altri studenti ridono.)
Tra voi, belle, brune e bionde, ecc.
Sei tu bruna snella? Dillo a me!

EDMONDO e STUDENTI
Ma bravo! Ma bravo!

EDMONDO
Guardate, compagni,
di lui nessuno più si lagni!

STUDENTI, FANCIULLE, CITTADINI
Ma bravo!
Festeggiam la serata,
com’è nostro costume.
Suoni musica grata
nei brindisi il bicchier
e noi rapisca il fascino

froh mit Tanz und Gesang!
Laßt den Abend uns feiern!
Lieder und Wein und bunte Reigen
feuern an die Lebenslust;
hüllet sich die Nacht in Schweigen,
klopft das Herz bang in der Brust.
Schimmernd taucht auf am Himmel,
wie ein Gedicht, der Sterne Heer!
Leuchte uns mächtig,
Licht der Lust!
Schimmernd taucht auf am Himmel, usw.
(Von fern hört man das Horn des Postillons.)
Seht! Von Arras die Post!
(Die Postkutsche hält vor dem Gasthaus. Aus dem
Wagen steigt Lescaut, dann Geronte, der galant Manon
hilft; dann folgen weitere Passagiere.)
Sie steigen aus, schaut zu!
Elegante Leute! Wohl vornehm gar!

STUDENTEN (Manon bewundernd)
Wer böt’ nicht dieser zarten Schönen
von Herzend kommen einen Willkommensgruß?

LESCAUT
He! Wirtschaft!
(zu Geronte)
Werter Herr! Ihr seid ein Muster jeder Tugend...
He! Wirtschaft!

WIRT (herbeilaufend, von Kellnern begleitet)
Da bin ich schon!

DES GRIEUX (Manon beobachtend)
Götter, wie sie schön ist!

ardente del piacer!
Ah! festeggiam!
Danze, brindisi, follie,
il corteo di voluttà
or s’avanza per le vie,
e la notte regnerà;
è splendente ed irruente,
è un poema di fulgor:
tutto avvinca la sua luce
e il suo furor.
È splendente, ecc.
(Squilla la cornetta del postiglione.)
Giunge il cocchio d’Arras!
(La diligenza si arresta innanzi al portone dell’osteria.
Scende subito Lescaut, poi Geronte che aiuta a
scendere Manon.)
Discendono, vediam!
Viaggiatori eleganti – galanti!

STUDENTI (ammirando Manon)
Chi non darebbe a quella donnina bella
il gentile saluto del benvenuto?

LESCAUT
Ehi! L’oste!
(a Geronte)
Cavalier, siete un modello di squisitezza.
Ehi! L’oste!

L’OSTE (accorrendo, con garzoni)
Eccomi, qua!

DES GRIEUX (guardando Manon)
Dio, quanto è bella!

GERONTE (zu dem Wirt)
Diese Nacht, mein Freund, beschütz’ uns Euer Haus.
(zu Lescaut)
Entschuldigt!
(zu dem Wirt)
Und jetzt seid wohl besorgt, Herr Wirt, um meine
Koffer.

WIRT
(gibt dem Personal Befehle)
Gewiß, sogleich!
(zu Geronte und Lescaut)
Ich bitte mir zu folgen, ihr Herrn...
(Die Außentreppe zum ersten Stock hinaufsteigend,
gefolgt von Geronte und Lescaut, der Manon ein
Zeichen gibt, zu warten.)

DES GRIEUX (zu Manon)
Mein gnädiges Fräulein, darf ich eine Bitte wagen:
Laßt Euren süßen Mund mir Euren Namen sagen...

MANON
Man ruft mich Manon Lescaut.

DES GRIEUX
Wollt verzeihn meine Kühnheit,
doch ein tiefes Gefühl zog mich unhaltsam zu Euch!
Seit Euer Auge mir zeigte ein Himmelreich,
bin ich verwandelt im Herzen;
drum verzeiht,
wenn ich nimmer kann scherzen! Sprecht, wann reist
Ihr weiter?

GERONTE (all’Oste)
Questa notte, amico, qui poserò.
(a Lescaut)
Scusate!
(all’Oste)
Ostiere, v’occupate del mio bagaglio.

L’OSTE
Ubbidirò.
(Dà ordine ai garzoni quali dispongono per lo scarico
dei bagagli, poi a Geronte ed a Lescaut.)
Vi prego, mi vogliate seguir.
(Preceduti dall’Oste, salgono al primo piano Geronte e
Lescaut, che avrà fato cenno a Manon di attenderlo.)

DES GRIEUX (a Manon)
Cortese damigella, il priego mio accettate:
dican le dolci labbra come vi chiamate.

MANON
Manon Lescaut mi chiamo.

DES GRIEUX
Perdonate al dir mio,
ma da un fascino arcano
a voi spinto son io.
Persino il vostro volto parmi aver visto,
e strani moti ha il mio core.
Perdonate al dir mio!
Quando partirete?

MANON
Bei Tagesanbruch morgen...
mein wartet das Kloster...

DES GRIEUX
Um zu begraben dies wunderschöne Antlitz
in der Blüte? O teures Mädchen...
Ach, welches Schicksal verfolgt Euch?

MANON
Ach, mein Schicksal ist einfach;
es heißt: der Wille des Vaters.

DES GRIEUX
Wie ist sie zum Entzücken! Ach nein, nein,
in keinem Kloster begrabt Euer Leben!
Euer Stern wird neu erstrahlen,
Euch neue Hoffnung geben.

MANON
Mein Stern ist im Erlöschen!

DES GRIEUX
Jetzt können wir nicht sprechen;
zur Nacht kehrt heimlich wieder,
uns zu verschwören
und das Schicksal zu betören...

MANON
Ach, so viel Mitleid tönt mir aus Euren Worten.
Ich denke Euer.
Sagt Euren Namen mir!

DES GRIEUX
Bin Renato des Grieux!

MANON
Domani all’alba io parto.
Un chiostro m’attende.

DES GRIEUX
E in voi l’aprile
nel volto si palesa e fiorisce!
O gentile, qual fato vi fa guerra?

MANON
Il mio fato si chiama:
voler del padre mio.

DES GRIEUX
Oh, come siete bella!
Ah, no! non è un convento
che sterile vi brama! No!
Sul vostro destino riluce un’altra stella.

MANON
La mia stella tramonta!

DES GRIEUX
Or parlar non possiamo.
Ritornate fra poco,
e cospiranti contro il fato,
vinceremo.

MANON
Tanta pietà traspare dalle vostre parole!
Vo’ ricordarvi!
Il nome vostro?

DES GRIEUX
Son Renato des Grieux.

LESCAUT (von innen)
Manon!

MANON
Ich muß Euch lassen...
(zum Gasthaus gewendet)
Ich komme!
(zu Des Grieux)
Der Bruder hat gerufen!

DES GRIEUX
Kehrt Ihr wieder?

MANON
Nein, ich kann nicht, laßt mich ziehen.

DES GRIEUX
Ach Teure, ich beschwöre Euch...

MANON
Nun, Ihr siegtet...
Wenn die Nacht herabsank, kehre ich zurück...
(Unterbricht sich, Lescaut erblickend, der vom Balkon
des Gasthauses kommt. Sie treten ins Zimmer.)

DES GRIEUX
Wo lebte wohl ein Wesen, an Reiz gleichend ihr?
Nun, da ich sie liebe,
wacht auf ein neues Leben tief in mir.
„Man ruft mich Manon Lescaut.“
Ah, dieses Wort strömt aus einem Meer von Düften,
den Geist mir kühn berauschend,
und tausend Seufzer fiebern in den Lüften!
Holdes Flüstern vom Glücke, ach ende nimmermehr,
usw.


LESCAUT (dall’osteria)
Manon!

MANON
Lasciarvi debbo.
(volgendosi all’osteria)
Vengo!
(a Des Grieux)
M’ha chiamata mio fratello.

DES GRIEUX
Qui tornate?

MANON
No, non posso! Mi lasciate!

DES GRIEUX
O gentile, vi scongiuro.

MANON
Mi vincete.
Quando oscuro l’aere intorno a noi sarà...
(Si interrompe vedendo Lescaut sul balcone dell’osteria
e corre verso di lui.)

DES GRIEUX
Donna non vidi mai simile a questa!
A dirle: io t’amo,
a nuova vita l’alma mia si desta.
“Manon Lescaut mi chiamo.”
Come queste parole profumate
mi vagan nello spirto
e ascose fibre vanno a carezzare.
O sussurro gentil, deh! non cessare! ecc.

„Man ruft mich Manon Lescaut!“
Holdes Flüstern vom Glücke, ach ende nimmermehr!
(Edmondo und die Studenten haben Des Grieux
beobachtet und nähern sich ihm nun langsam.)


EDMONDO und STUDENTEN
Es hat dein Schicksal sich froh gewendet!
Cupidos würdig, einem Engel
gleich ist diese Schöne,
die voll von Reizen schwebt zum Himmelreich! usw.
(Des Grieux geht unwillig rasch davon.)
Er ist verliebt zum Sterben!
(Sie gehen wieder zum Wirtshaus zurück, mit einigen
Mädchen galant neckend.)

STUDENTEN
Kommt, liebliche Mädchen,
wir weissagen Gutes!

MÄDCHEN
Wer wählt eine Blonde? Nein, braun mag man leiden.
Die Göttin der Liebe soll jegliches Streiten entscheiden.

GERONTE
Also nimmt Eure Schwester im Ernst den Schleier?

LESCAUT
So hat’s beschlossen die Familie, leider...

GERONTE
Ihr, wie mich dünkt, seid andrer Meinung?

LESCAUT
Seht,
ich urteile klarer als meine Umgebung,

“Manon Lescaut mi chiamo.”
Sussurro gentil, deh! non cessar!
(Edmondo e gli studenti che hanno sempre spiato Des
Grieux lo circondano rumorosamente.)

EDMONDO e STUDENTI
La tua ventura ci rassicura.
O di Cupido degno fedel,
bella e divina la cherubina
per tua delizia scese dal ciel! ecc.
(Des Grieux parte indispettito.)
Fugge. È dunque innamorato!
(Edmondo e gli studenti si avviano all’osteria:
s’imbattono in alcune fanciulle e le invitano a seguirli.)

STUDENTI
Venite, o fanciulle!
Augurio ci siate di buona fortuna.

FANCIULLE
È bionda od è bruna
la diva che guida la vostra tenzon?

GERONTE
Dunque vostra sorella il velo cingerà?

LESCAUT
Malo consiglio della gente mia.

GERONTE
Diversa idea mi pare la vostra?

LESCAUT
Certo, certo.
Ho più sana la testa di quel che non sembri,

so klug sie sich vorkommt bei ihren Entschlüssen.
Glaubt, ich kenne das Leben schon zu vielfach.
Paris gilt mir als hohe Schule...
Doch als der Leiter gleichsam meiner Schwester füg’
ich mich den Dingen
wie ein guter Soldat.

MÄDCHEN
Für Stunden nur schwöret ihr Treu’ uns, möchtet,
Seufzer und Küsse nicht achtend, unser Herz.
Ah! Im Taumel kurz genießen
die Küsse auf Stunden im Raub!

STUDENTEN
Nicht wäget Gewinn und Verlust:
O Mädchen, weise lebet der Lust!

LESCAUT
Nur dünkt mich: falsch ist’s, zu entsagen der Welt;
für nicht genoß’ne Freuden
wird uns nie ein Ersatz.
Gern, Herr, wüßt ich, wer Ihr seid.

GERONTE
Geronte di Ravoir.

STUDENTEN
Ob weinend, ob lachend, man duldet sein Los.
Wir werden genarrt und betrogen,
zum Troste ist eines bloß:
Es locken die Stimmen zum ewigen Lieben, usw.

MÄDCHEN
Wir feiern Siege gern und schmücken
Besiegten das Herz.

benché triste fama mie gesta circondi.
Ma la vita conosco, forse troppo.
Parigi è scuola grande assai.
Di mia sorella guida, mormorando,
adempio il mio dovere,
come un vero soldato.

FANCIULLE
Amiche fedeli d’un’ora,
volete il bacio, volete il sospir?
Ah! Orniam la vittoria –
il bacio chiedete, il sospir!

STUDENTI
Chi perde, chi vince,
vi brama, o fanciulle.

LESCAUT
Solo dico, che ingrato evento
al mondo non ci coglie,
senza qualche compenso.
E in voi conobbi, Signor?

GERONTE
Geronte di Ravoir.

STUDENTI
Chi piange e chi ride,
noi prostra ed irride la mala ventura;
ma lieta prorompe d’amore la folle,
d’amore l’eterna, l’eterna canzon, ecc.

FANCIULLE
Orniam la vittoria,
e il core del vinto

Im zitternden Leben, ach,
tauschend Kuß um Kuß,
vergessen kühn wir Schande und Schmerz.,usw.

EDMONDO (zu einem Mädchen)
Leb wohl, mein Stern, liebliche Blüte, leb wohl!
Reizende Schwester der Aphrodite, dir gefällt stets
mein Seufzen neu... Für einen Tag
glaub’ ich deiner Treu.
(Er verabschiedet sich von dem Mädchen, erblickt
Geronte und Lescaut, tritt zurück und belauscht deren
Gespräch.)

LESCAUT
Es scheint, Ihr reiset zum Vergnügen?

GERONTE
Nein, im Amte.
Die Pachtung aller Steuern ward mir vertraut durch
königliche Gunst. Und davon leb’ ich.

LESCAUT (für sich)
Ein Geldsack ist er!

GERONTE
Mir scheint, Eure Schwester ist nicht heiter.

LESCAUT
Mit achtzehn ins Kloster!
Ohne Trost, ohne Hoffen...

GERONTE
Verstehe! Ja, die Ärmste:
Man muß sie trösten, zerstreuen...
Darf zu Tisch ich Euch heute abend bitten?

di tenebre cinto
al tepido effluvio di molle carezza riposa,
obliando e l’onta e il martir, ecc.

EDMONDO (ad una fanciulla)
Addio, mia stella, addio, mio fior,
vaga sorella del dio d’amor.
A te d’intorno va il mio sospir,
e per un giorno non mi tradir.
(La fanciulla si allontana; poi vedendo Geronte e
Lescaut in stretto colloquio, si ferma indisparte ad
osservarli.)

LESCAUT
Diporto vi conduce in viaggio?

GERONTE
No, dovere:
l’affitto dell’imposte a me fidato
dalla bontà del Re, dalla mia borsa.

LESCAUT (da sé)
Che sacco d’or!

GERONTE
E non mi sembra lieta neppur vostra sorella.

LESCAUT
Pensate! A diciott’anni!
Quanti sogni e speranze!

GERONTE
Comprendo. Poverina!
È d’uopo consolarla.
Questa sera meco verrete a cena?

LESCAUT
Besten Dank, zu viel Ehre!
(Er gibt ein Zeichen nach dem Gasthause hin.)
Erlaubt, daß ich bis dahin...

GERONTE
Verzeihung! Im Moment bin ich wieder bei Euch.
Eine Kleinigkeit ist noch im Gasthof zu ordnen!
(Lescaut verbeugt sich, Geronte geht ins Haus. Es
beginnt zu dunkeln; aus dem Hause bringt man
Lampen für die Spieler.)


BÜRGER
Ein Ass hier... Ein Bube...

STUDENTEN
Die Drei!

ALLE
Das Spiel hol’ doch der Teufel!

LESCAUT (mit fiebernder Spannung)
Ja, das Spiel! Ob ich auch mal mein Glück versuch’?
Einige tüchtige Stiche...

ALLE
Schnell setzet... Gebet... Ein Ass!

LESCAUT
(Er nähert sich eifrig einigen Studenten, sieht einem
der Spieler über die Schulter, beobachtet ihn.)
Das Ass sticht? Nein, ihr Herrn, der Bube!
Das ist wohl ein Irrtum!

LESCAUT
Qual onor! Qual onore!
(Gli fa cenno d’offrirgli qualche cosa all’osteria.)
E intanto permettete...

GERONTE
Scusate, m’attendete per breve istante;
qualche ordine io debbo all’ostiere impartir.
(Lescaut s’inchina e Geronte s’allontana. Annotta e
dall’interno dell’osteria sono portate lampade e
candele accese, che i garzoni dispongono sui tavoli dei
giuocatori.)

CITTADINI
Un asso – un fante.

STUDENTI
Un tre!

TUTTI
Che giuoco maledetto!

LESCAUT (avvicinandosi ai giuocatori)
Giuocano! Oh, se potessi tentare anch’io
qualche colpo perfetto!

TUTTI
Puntate! Carte! Un asso!

LESCAUT
(Si pone alle spalle di un giuocatore e osserva il suo
giuoco.)
Un asso? Mio signore, un fante!
Errore, errore!

ALLE
Ganz recht: der Bube! Ihr seid ein Meister!

LESCAUT
Ihr scherzet wohl! Ein Dilettant nur...
(Er folgt einer Einladung und setzt sich zum Spiel.
Geronte, der Lescaut die ganze Zeit beobachtet hat
und ihn nun beschäftigt sieht, winkt den Wirt zu sich
in den Schatten.)

GERONTE
Freund, hört mich.. laßt rasch mich zahlen! Dann aber
sorgt, daß ein Wagen
mit windschnellen Pferden bereitsteht in einer Stunde.

WIRT
Wird besorgt, Herr

GERONTE
Hinter dem Hause... in einer Stunde... Verstanden?
Ein Mann steigt ein, mit einem Mädchen...
dann fort mit Windeseile, schnell, gen Paris!
Ferner bedenkt, Euer Schweigen bringt Euch Gold!

WIRT
‘s ist mein Abgott!

GERONTE
Gut so, gut so!
(gibt ihm eine Börse)
Betet’s an, doch streng gehorcht. Sagt mir jetzt noch:
hat das Gasthaus denn nur diesen einen Ausgang?

WIRT
Nein, noch einen..

TUTTI
È ver! Un fante! Siete un maestro!

LESCAUT
Celiate! Un dilettante!
(Si siede e prende le carte. Geronte riappare e vedendo
Lescaut occupato al giuoco, chiama l’Oste .)

GERONTE
Amico, io pago prima e poche ciarle!
Una carrozza e cavalli che volino
siccome il vento; fra un’ora!

L’OSTE
Sì, signore!

GERONTE
Dietro l’albergo, fra un’ora – capite?
Verranno un uomo e una fanciulla –
e via siccome il vento, via, verso Parigi!
E ricordate che il silenzio è d’or.

L’OSTE
L’oro adoro.

GERONTE
Bene, bene! Adoratelo e ubbidite.
(dandogli una borsa)
Or mi dite:
quest’uscita ha l’osteria solamente?

L’OSTE
Ve n’ha un’altra.

GERONTE
Zeigt zu diesem mir den Weg...
(Sie gehen hinaus.)

MÄDCHEN
Ihr wollt Küsse, Seufzer!
DIE SPIELER (zu Lescaut)
Nehmt teil... Willkommen beim Spiele...

LESCAUT
Ich halte!

EDMONDO
(Edmondo läuft nach dem Hintergrunde, immer noch
nach Geronte spähend.)
Würdiger Alter,
du bist ein gepuderter Pluto ja!
Doch Proserpina hat vielleicht Tugend genug,
zu widerstehen!
(Des Grieux kommt.)
(zu Des Grieux)
Freund, man spielt Euch einen Possen!

DES GRIEUX (überrascht)
Was wäre das?

EDMONDO
Wie eine Blume,
die gestern süß duftete, und heut’ ihrem Stengel
welk und müde entsinkt, so welkt die Freude bin,
die Euch das liebliche Fräulein eben noch bot:
man raubt sie.
Es bläst sein Horn der Postillon,

GERONTE
Indicatemi la via.
(Partono.)

FANCIULLE (dall’osteria)
Chiedete il bacio, il sospir!
GIUOCATORI (a Lescaut)
A noi, v’invito banco!

LESCAUT
Carte!

EDMONDO
(che ha udito il colloquio fra Geronte e l’Oste)
Vecchietto amabile,
incipriato Pluton sei tu!
La tua Proserpina di resisterti
forse avrà virtù?
(Entra Des Grieux.)
(a Des Grieux)
Cavaliere, te la fanno!

DES GRIEUX (con sorpresa)
Che vuoi dir?

EDMONDO
Quel fior dolcissimo
che olezzava poco fa
dal suo stel divelto, povero fior,
fra poco appassirà!
La tua fanciulla, la tua colomba or vola:
del postiglion suona la tromba.

dein hübsches Mädchen rollt,
keck entführt, davon!

DES GRIEUX
Wär’s möglich?

EDMONDO
Ich seh Euch erbeben!
Bei Gott: ein Alter stiehlt sie.

DES GRIEUX
Ich will sie hier erwarten, verstehst du?

EDMONDO
Und gut gerüstet..

DES GRIEUX
Rettet mich!

EDMONDO
Euch retten? Die Entführung verhindern?
Laßt sehn... Sei’s drum! So wird es gehen...
Mit Spielen ködern wir den Soldaten dort!

DES GRIEUX
Und der Alte?

EDMONDO
Der Alte?... nun, den übernehme ich!
(Er nähert sich den Spielern, spricht mehreren ins Ohr,
dann geht er durch das Portal hinaus. Man unterbricht
das Spiel. Lescaut trinkt mit den Studenten weiter.
Manon erscheint auf der Treppe oben, schaut sich
ängstlich um und steigt, Des Grieux erblickend, die
Treppe herunter)

Via, ti consola;
un vecchio la rapisce!

DES GRIEUX
Davvero?

EDMONDO
Impallidisci?
Per Dio, la cosa è seria!

DES GRIEUX
Qui l’attendo, capisci?

EDMONDO
Siamo a buon punto!

DES GRIEUX
Salvami!

EDMONDO
Salvarti? La partenza impedir?
Tentiam! Senti! Forse ti salvo.
Del giuoco morse all’amo il soldato laggiù.

DES GRIEUX
E il vecchio?

EDMONDO
Il vecchio? Oh, l’avrà da far con me!
(Si avvicina ai compagni che giuocano, parla
all’orecchio di alcuni di essi e poi si allontana; si
sospende il giuoco; Lescaut beve in compagnia degli
studenti. Manon appare sulla scaletta, guarda intorno
e visto Des Grieux gli si avvicina.)

MANON
Nun seht Ihr! Ich hab’ getreulich,
was ich versprach, gehalten.
Ihr batet heiß mich, noch einmal zu erscheinen.
Ich tat’s! Nun mag das Schicksal walten.
Doch jetzt ist’s besser, daß wir scheiden;
ich muß dem Flehen tapfer widerstehn!

DES GRIEUX
Wie Eure Worte mir ins Herz schneiden...
In Euren jungen Jahren. was habt
Ihr Herbes wohl erfahren?
Euer Grübeln und Wägen stehet allem Genießen
schroff entgegen... Laßt sie beiseite,
ach, diese Traurigkeit.

MANON
Und doch war ich einst so fröhlich, so vergnügt!
Die stille Hütte hallt’ laut wieder
von den tollsten Streichen...
Mit jungen Mädchen im Reigen sang ich
die froh’sten Lieder.
Sonnige Kinderzeit, wie liegst du weit!

DES GRIEUX
In deinen Himmelsaugen leuchtet mächtig
die Sehnsucht nach der Liebe stillen Freuden...
Und Liebe ist’s, die jetzt zu Euch spricht!
Gebt dem süßen Zauber Euch hin;
reicht die ros’gen Lippen dar und das Herz,
denn ich lieb’ Euch tief und wahr,
nach Euch in Flammen steht ewig,
ach, mein Sinn!

MANON
Vedete? Io son fedele alla parola mia.
Voi mi chiedeste con fervida preghiera,
che a voi tornassi un’altra volta.
Meglio non rivedervi, io credo,
e al vostro prego benignamente
opporre il mio rifiuto.

DES GRIEUX
Oh, come gravi le vostre parole!
Sì ragionar non suole
l’età gentil che v’infiora il viso;
mal s’addice al sorriso
che dall’occhio traluce,
questo disdegno melanconico!

MANON
Eppur lieta, assai lieta un tempo fui!
La queta casetta risonava
di mie folli risate,
e coll’amiche gioconde
ne andava sovente a danza!
Ma di gaiezza il bel tempo fuggì!

DES GRIEUX
Nelle pupille fulgide profonde
sfavilla il desiderio dell’amore –
amor ora vi parla!
Ah, date all’onde del nuovo incanto
il dolce labbro e il cor.
V’amo! V’amo!
Quest’attimo di giorno
rendete eterno ed infinito!

MANON
Bin nur ein armes Mädchen,
o Herr, nicht Schönheit lacht mir vom Angesicht,
mein Schicksal drückt mich schwer...

DES GRIEUX
Die Glut der Liebe wird schmelzen Euren Schmerz,
und Eure Schönheit berauschen
ewig dies Herz!
Ah, mein Seufzer bist du, meine Sonne, mein Stern!

MANON
Sprichst du wahr. oder trügt mich dein Blick?
Ah! Erfülle dich, Traum, meine Sonne, mein Stern!

LESCAUT
(sich mühsam aufrichtend und berauscht auf den Tisch
pochend)
Was, keinen Wein mehr?
Verwünscht! Pfui, wenn der Krug leer!
(Die Studenten nötigen ihn, sich wieder zu setzen.
Manon und Des Grieux ziehen sich beim Ertönen seiner
Stimme auf die Seite zurück.)

DES GRIEUX
O laßt Euch warnen...
Euch bedrohen Schimpf und Schande...
Man will Euch rauben!
Jener verruchte Alte,
der gleichzeitig mit Euch ankam,
hegt den Anschlag zu entführen Euch!...

MANON
Was sagt Ihr?

MANON
Una fanciulla povera son io,
non ho sul volto luce di beltà,
regna tristezza sul destino mio.

DES GRIEUX
Vinta tristezza dall’amor sarà!
La bellezza vi dona
il più vago avvenir.
O soave persona, ah! mio sospiro infinito!

MANON
Non è ver, non è vero!
Ah! sogno gentil, mio sospiro infinito!

LESCAUT
(alzandosi e picchiando sul tavolo)
Non c’è più vino?
E che? Vuota è la botte?
(Gli studenti lo forzano a sedere e gli versano ancora
del vino. All’udir la sua voce Manon impaurita vorrebbe
rientrare, ma viene trattenuta da Des Grieux.)

DES GRIEUX
Deh! m’ascoltate:
vi minaccia un vile oltraggio,
un rapimento!
Un libertino audace,
quel vecchio che con voi giunse,
una trama a vostro danno ordì.

MANON
Che dite?

DES GRIEUX
Die Wahrheit

EDMONDO
(kommt schnell zu Manon und Des Grieux gelaufen)
Der Streich gelingt, der Wagen steht bereit schon...
Welch königlicher Spaß!
Schnell auf die Reise!

MANON
Wie? Entfliehen?

DES GRIEUX
O kommt doch! Wir reisen!
Erlaubt, daß statt des Andren ich Euch entführe!...

MANON
Ach nein! Ach nein! Das wäre Raub ja!

DES GRIEUX
Nein! Nein! Der Liebe folgt Ihr!

MANON
Ah! Nein!

DES GRIEUX
Ich bitte Euch!

EDMONDO
Rasch fort, Kinder!

DES GRIEUX
Ah, laß und fliehen, laß uns fliehen!
Manon, ich bitte Euch... o kommt, o kommt!

DES GRIEUX
Il vero!

EDMONDO
(si avvicina a Des Grieux e Manon)
Il colpo è fatto, la carrozza è pronta.
Che burla colossal!
Presto! Partite...

MANON
Che? Fuggir?

DES GRIEUX
Fuggiamo, fuggiamo!
Che il vostro rapitor un altro sia.

MANON
Ah! No! Voi mi rapite?

DES GRIEUX
No, no! Vi rapisce amore!

MANON
Ah, no!

DES GRIEUX
V’imploro!

EDMONDO
Presto, via ragazzi!

DES GRIEUX
Ah, fuggiamo, fuggiamo!
Manon, v’imploro – fuggiam!

MANON
Nein! Nein! Nein! Nein!

EDMONDO
Rasch fort, rasch fort!

DES GRIEUX
Manon, ich bitte Euch...
Ah! Kommt!
Kommt!

MANON
Fliehn wir!

EDMONDO
Närrische Leute!
(Er wirft Des Grieux seinen Studentenmantel über, in
dem Des Grieux sein Gesicht verbirgt, dann fliehen alle
drei hinter das Gasthaus. Geronte tritt ein, wirft einen
Blick auf Lescaut und seufzt erleichtert auf)

GERONTE
Jetzt die Schwester zu bereden,
zu verführen laßt mich machen!
Mir ganz recht, er ist betrunken!
’s ist zum Lachen!
(zu dem Wirt)
Nun also, ist das Essen fertig?

WIRT
Zu dienen. Herr!

GERONTE
Sagt’s dem Fräulein, das später, Ihr wißt es, mit...

MANON
No! No! No! No!

EDMONDO
Presto! Presto!

DES GRIEUX
Ah, Manon, Manon, v’imploro,
ah, fuggiam, v’imploro!
Ah! Fuggiam!

MANON
Andiam!

EDMONDO
Oh, che bei pazzi!
(Dà a Des Grieux il proprio mantello, col quale può
coprirsi il volto, poi tutti e tre fuggono dal fondo, dietro
l’osteria. Entra Geronte e nota con soddisfazione che
Lescaut è molto occupato a giuocare.)

GERONTE
Di sedur la sorellina è il momento!
Via, ardimento!
Il sergente è al giuoco intento.
Vi rimanga!
(a l’oste)
Ehi, dico, pronta è la cena?

L’OSTE
Sì, Eccellenza!

GERONTE
L’annunziate a quella signorina che...

EDMONDO (zu Geronte)
Euer Gnaden, seht doch nur hin! Sie entflieht,
und nicht allein! Seht doch nur hin!

GERONTE
(rennt dann in höchster Verwirrung zu Lescaut)
Man hat sie entführt!

LESCAUT (weiterspielend)
Wen?

GERONTE
Eure Schwester!

LESCAUT
Bomben und Granaten!

GERONTE
Schnell ihr nach! Ein Student ist bei ihr!
Schnell ihr nach, schnell ihr nach!

LESCAUT
‘s ist zu spät. denkt nur nach, denkt nur nach...
Habt Pferde Ihr bereit?
(Geronte schüttelt den Kopf)
‘’ ist nichts zu machen!
Nur vergessen und lachen!
Jawohl, Manon, so jung und reizend lieblich;
Ihr liebt sie nur als Vater, ich glaub ,es ist so, wirklich...

GERONTE
Nichts anderes.

EDMONDO (a Geronte)
Eccellenza, guardatela!
Essa parte in compagnia d’uno studente.

GERONTE
(molto agitato, corre da Lescaut scuotendolo)
L’hanno rapita!

LESCAUT (giuocando)
Chi?

GERONTE
Vostra sorella!

LESCAUT
Mille e mille bombe!

GERONTE
L’inseguiam! È uno studente!
L’inseguiam!

LESCAUT
È inutil. Riflettiam.
Cavalli pronti avete?
(Geronte accenna di sì.)
Il colpo è fatto.
Disperarsi è da matto.
Vedo Manon con sue grazie leggiadre
ha suscitato in voi un affetto di padre!

GERONTE
Non altrimenti.

libretto by Ruggero Leoncavallo, Marco Praga, Giuseppe Giacosa, Domenico Oliva, Luigi Illica, Giacomo Puccini
🎼

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