Pagliacci

by Ruggero Leoncavallo libretto (German French)


Personen / Prolog

Nedda, Komödiantin, Frau des Canio – in der Komödie Colombina (Sopran)
Canio, Haupt einer Komödiantentruppe – in der Komödie Bajazzo (Tenor)
Tonio, der Tölpel, Komödiant – in der Komödie Taddeo (Bariton)
Beppo, Komödiant – in der Komödie Harlekin (Tenor)
Silvio, ein junger Bauer (Bariton)
Landleute, Gassenbuben (Chor)

Ort und Zeit der Handlung: Montalto (Kalabrien); an Mariä Himmelfahrt, 15. August 1865



Personnages / Prologue

Nedda alias « Colombina », son épouse (soprano)
Canio alias « Pagliaccio » dans la comédie, directeur d'une troupe de comédiens ambulants (ténor)
Tonio alias « Taddeo », un clown (baryton)
Beppe alias « Arlequin » (ténor)
Silvio, un villageois, amant de Nedda (baryton)


La scène se passe dans un village de Calabre, un après-midi de 15 août, 1865.



PROLOG

(Tonio, in der Maske des Taddeo in der Komödie, tritt
vor den Vorhang.)


TONIO
Schaut her... Ich bin’s.
Doch nah’ ich ganz ernsthaft und grüße euch,
werte Damen und Herren, heut als Prologus!
Ihr seht die heitren Masken
wohl mit Staunen im ernsten Spiele!
Und da will es der Brauch,
daß ich des Dichters Ziele
Euch nenne und kurz erkläre.
Denn nicht wie sonst gilt heut’ der Satz:
„Die Tränen der Bühne sind falsch, sind Lug,
falsch alle Seufzer auch, und die Schmerzen Betrug;
nehmt drum die Bühne nie ernst!“ Nein! Nein!
Heut schöpfet der Dichter kühn
aus dem wirklichen Leben schaurige Wahrheit!
Ach, nicht die Märchen allein sind der Zweck der Kunst,
auch was er wirklich sieht, schildre der Dichter,
dann erringt er der Menschen Gunst!
Jüngst tauchte in des Autors Seele jäh die Erinn’rung
auf an ein Erlebnis, das tief ihn dereinst erschüttert’;
noch heute rinnt die Träne, obgleich er’s nur erzählet im Liede!
Hört denn! Laßt euch im Schauspiel rühren
der Liebenden Schicksal, das eurem oft gleicht.
Den Haß seht wüten, den Neid seht nagen, bis das

PROLOGUE

(Tonio, en costume de Taddeo de la Commedia dell’arte
paraît devant le rideau.)


TONIO
S’il vous plaît ! Permettez !
Mesdames et messieurs ! Excusez-moi
de me présenter seul. Je suis le Prologue.
Puisque l’auteur fait revivre
les masques de l‘ancienne comédie,
il veut aussi reprendre
les anciens usages de la scène,
et c’est pourquoi il m’envoie.
Mais non pour vous dire, comme avant :
« Les larmes que nous versons sont fausses !
De nos angoisses et de notre martyre,
ne vous alarmez point ! » Non, non !
L’auteur a plutôt cherché à peindre
une tranche de vie.
Il a pour seule maxime que l’artiste
est un homme, et que c’est pour les hommes
qu’il doit écrire. Et s’inspirer de la vérité.
Au fond de son âme, un nid de souvenirs
chanta un jour, et avec de vraies larmes,
il écrivit, ses soupirs marquant la mesure.
Vous verrez donc aimer comme aiment
les hommes ; vous verrez de la haine
les sinistres effets ; vous entendrez de la douleur

Maß der Schuld erreicht ist und die Hölle fordert lachend ihren Lohn!
O glaubt mir: wie euch schlägt voll Lust und Leid
auch in des Gauklers Brust ein Herz; sowie euch quillt
lindernd mir die Träne, wenn ihn bedrückt ein Schmerz.
Wir alle auf Erden wandeln im gleichen Licht bis am Ziel,
ob arm oder reich, jedem das Auge bricht.
Wie mein Dichter die Welt nun sah, hab’ ich verraten!
Seht nun sein Werk.
(in die Szene rufend)
Macht fort! Das Spiel kann beginnen!



les spasmes, des cris de rage, et des rires sardoniques !
Et vous, plutôt que nos pauvres défroques
de bouffons, considérez nos âmes,
car nous sommes des hommes,
de chair et d’os, qui, tout comme vous,
respirons l’air de ce monde orphelin !
Voici quel est le thème. Maintenant,
écoutez comme il se développe.
(criant vers la scène)
Allons-y ! Commençons !



ERSTER AKT

Erste Szene

Eine Landstraßenkreuzung kurz vor dem Dorf.
(Trompetentöne und Trommellärm sind zu hören.
Landleute eilen herbei, Kinder schreien aufgeregt
dazwischen. Eine Gruppe fahrender Schauspieler,
denen das kleine Theater gehört, ist im Anmarsch.
Tonio, ein buckliger Schauspieler, sieht verdrossen der
nahenden Menge entgegen und kauert sich vor der
Bude auf den Boden. Es ist drei Uhr nachmittags an
einem heißen Augustnachmittag.)


MÄNNER und FRAUEN
(nach und nach auftretend)
Sie sind’s! Dort nahen sie! Bajazzo ist da!
Alle begleiten ihn, groß und klein,
ihren Witzen und Scherzen applaudiert ein jeder!
Doch blickt er düster, geht vorbei,

PREMIER ACTE

Première scène

Un carrefour dans la campagne à l’entrée d’un village.
(On entend des sonneries de trompettes dissonantes,
qui alternent avec des coups de grosse caisse, en même
temps que des rires, des cris joyeux, des gamins qui
sifflent et des hurlements qui se rapprochent. Attirés
par le bruit, des villageois et villageoises, en habits de
fête, accourent, tandis que Tonio, ennuyé par l’arrivée
de la foule, s’étend devant le théâtre. Il est trois heures
de l’après-midi, sous un brûlant soleil d’août.)


LES HOMMES et LES FEMMES
(arrivant petit à petit)
Ils sont là ! Ils reviennent ! Paillasse est là aussi !
Tous le suivent, petits et grands,
et chacun applaudit à ses bons mots, à ses blagues.
Et lui, sérieux, salue en passant,

dann wieder schlägt er die große Trommel.
Heh! Heh! Peitschet den Esel, braver Harlekin!
Sie sind’s! Sie sind’s!
Hört, wie die Menge laut kreischet.
Werft die Hüte in die Luft!

CANIO
(von draußen)
Schert euch zum Teufel!

BEPPE
(von draußen)
Schweigt, schweigt, Gesinde!!

CHOR
Werft die Hüte hoch in die Luft.
Durch die schreiende Menge kommt er her.
Seht dort den Wagen, Gott sei Dank!
Sie sind nun da! Welch Durcheinander! Gerechter
Gott, sie sind nun da!
(Ein pittoreskes Gefährt, in bunten Farben bemalt,
kommt herein. Es wird von einem Esel, den der als
Harlekin verkleidete Beppe führt, gezogen. Vorn auf
dem Wagen steht Nedda, hinter dem Wagen geht
Canio, im Kostüm des Bajazzo. Er schlägt die große
Trommel.)

ALLE
Er lebe!
Der Fürst seid Ihr aller Gaukler!
Mit tollem Spiel
verkürzt ihr die Stunden.
Er lebe! Sie sind’s! usw.

CANIO
Danke!

CHOR
Bravo!

et bat de la grosse caisse de nouveau.
Ehi ! Ehi ! Fouettez l’âne, mon brave Arlequin !
Ils sont là ! Ils sont là !
Les gamins crient
et jettent leurs chapeaux en l’air !

CANIO
(de l’intérieur)
Allez au diable.

BEPPE
(de l’intérieur)
Voilà, coquin !

LE CHŒUR
Ils jettent leurs chapeaux en l’air !
Avec cris et sifflets...
Voici la charrette ! Rangez-vous !
Ils arrivent ! Mon Dieu, quel fracas !
Ils arrivent ! Rangez-vous !
(Entre une pittoresque charrette, multicolore, tirée par
un âne, que Beppe conduit à la main. Sur le devant de
la charrette est étendue Nedda, tandis qu’à l’arrière,
Canio, debout, en habit de Paillasse, bat de la grosse
caisse.)

TOUS
Bravo ! Tu es le Prince
des Paillasses !
Tu chasses les soucis
par ton humeur joyeuse.
Bravo ! Ils sont là
etc.

CANIO
Merci

LE CHŒUR
Bravo !

CANIO
Ich möchte...

CHOR
Und das Schauspiel?

CANIO
Herrschaften!

ALLE
Uh! Wie greulich! Hör doch auf!

CANIO
So laßt ihr mich reden?

ALLE
Oh! Seid ruhig, laßt ihn reden jetzt!
Schweigt still, hört endlich zu!

CANIO
Ein herrliches Schauspiel
heut’ abend um elf
bereitet euch euer armer
und guter Diener!
Ihr sehet die Eifersucht
des guten Bajazzo,
und wie er sich rächt
und eine Falle stellt.
Ihr sehet, wie dem Tonio
die Knochen zittern,
und wie im Intrigennetz
er sich fängt.
So kommt und beehrt uns,
ihr Damen und Herren.
Heute abend um elf!

CANIO
Je voudrais...

LE CHŒUR
Et le spectacle ?

CANIO
Mesdames, messieurs !

TOUS
Aïe ! Tu nous casses les oreilles ! Arrête !

CANIO
Permettez que je parle ?

TOUS
Oh ! Avec lui il faut céder,
il faut se taire et écouter.

CANIO
Votre très humble
et très dévoué serviteur
prépare un grand spectacle
pour onze heures ce soir.
Vous y verrez les folies
du brave Paillasse,
et comment il se venge,
et tend un fort beau piège.
Vous verrez, de Tonio,
trembler la carcasse,
et quel écheveau
d’intrigues il trame.
Faites-nous l’honneur de venir,
Mesdames et messieurs,
à onze heures, ce soir !

ALLE
Wir kommen, doch du
sei dann bester Laune.
Bis heut’ abend um elf!
(Tonio nähert sich Nedda, um ihr vom Wagen zu helfen,
doch Canio gibt ihm eine Ohrfeige und hebt Nedda
selbst vom Wagen.)

CANIO
Scher dich zum Teufel!

FRAUEN
(lachend)
Nimm dich in acht, schöner Galan!

KINDER
(pfeifend)
Ganz ergebenst!

TONIO
(zu sich)
Das sollst du büßen, du Schutt!

EIN BAUER
(zu Canio)
Sag, kommst du mit uns zur Taverne,
ein Glas guten Wein dort zu trinken?
Sag, kommst du?

CANIO
Mit Vergnügen.

BEPPE
Wartet auf mich,
ich bin auch noch da!

CANIO
Sag, Tonio, kommst du mit?

TOUS
Nous viendrons ! Toi, garde
ta belle humeur !
À onze heures, ce soir,
(Tonio s’avance pour aider Nedda à descendre de la
charrette, mais Canio qui a déjà sauté à terre, lui
donne une gifle.)

CANIO
Va-t’en !

LES FEMMES
(riant)
Attrape, beau masque !

LES GARÇONS
(sifflant)
À ta santé !

TONIO
(pour lui-même)
Tu me le paieras, bandit !

UN VILLAGEOIS
(à Canio)
Dis, avec nous veux-tu venir boire
un petit verre au carrefour.
Dis, veux-tu ?

CANIO
Avec plaisir.

BEPPE
Attendez-moi.
je viens aussi.

CANIO
Et toi, Tonio, tu viens ?

TONIO
Ich säubere den Esel. Geht nur voraus!

BAUER
(lachend)
Glaub’s nicht, Bajazzo, er will nur hier noch bleiben,
um deiner Nedda den Hof zu machen!

CANIO
(scherzend, aber mit Ernst)
Heh! Heh! Du denkst?
(halb im Ernst: ein bißchen ironisch)
Besser ist es, einen solchen Scherz,
glaubet mir, nicht mit mir zu machen, meine Freunde,
und zu Tonio, wie zu allen, spreche ich jetzt!
Das Theater und das Leben sind nicht die gleiche Sache!
Wenn dort oben Bajazzo sein Weib
mit einem anderen Mann im Zimmer findet,
hält er eine komische Rede:
dann beruhigt er sich und ergibt sich
den Schlägen des Geschicks!
Und das Publikum zollt Beifall
und lacht fröhlich.
Doch wenn Nedda wirklich mich betröge,
anders, glaubt mir, würde die Geschichte enden,
und es ist wahr, was ich euch sage!
Wenn dies ein Scherz ist, glaubet mir,
ist es besser, nicht zu scherzen!

NEDDA
(zu sich)
Ich verstehe nicht!

BAUERN
So vermutest du
wirklich eine solche Sache?

TONIO
Je vais attacher l’âne. Allez devant.

UN VILLAGEOIS
(riant)
Attention, Paillasse, il veut rester seul
pour courtiser Nedda.

CANIO
(ricanant, mais l’air dur)
Ah, ah ! Vous croyez ?
(mi-sérieux, mi-ironique)
Mes chers amis, il vaut mieux
ne pas jouer un tel jeu avec moi !
À Tonio, et à vous tous, je parle :
le théâtre et la vie sont deux choses différentes.
Si, sur scène, Paillasse
surprend son épouse
avec un galant dans sa chambre,
il fait un sermon comique,
puis se calme, et se rend
à la raison d’une bastonnade !
Et le public applaudit, riant joyeusement.
Mais si le surprenais vraiment Nedda,
l’histoire finirait autrement,
aussi vrai que je vous parle.
Croyez-moi, il vaut mieux
ne pas jouer ce jeu-là avec moi.

NEDDA
(pour elle-même)
Il me confond.

LES VILLAGEOIS
Tu prends donc
la chose au sérieux ?

CANIO
Ich? Glaubt ihr? Verzeiht mir.
Ich liebe meine Frau.
(Man hört Flötenklänge.)

KINDER
Die Musikanten! Die Musikanten!

MÄNNER
Zur Kirche ziehen die Freunde.
(Die Glocken rufen zur Vesper.)

DIE ALTEN
Es begleiten sie die Leute,
die in Paaren froh zur Vesper gehen.

FRAUEN
Die Glocken, ah, gehen wir!
Die Glocke ruft uns zum Herren!

CANIO
Doch dann, vergeßt es nicht!
Um elf Uhr diesen Abend!

CHOR
Nun kommt, nun kommt!
Ding, dong, es ruft der Glocke Ton,
die Mädchen und die Knaben.
Zu Paaren ziehn sie in die Kirche,
ding dong, schon ist die Sonne
beinahe untergegangen.

CANIO
Moi ? Croyez-vous ? Pardonnez-moi,
mais j’adore ma femme !
(On entend jouer une cornemuse.)

LES GARÇONS
Les joueurs de musette ! Les joueurs de musette !

LES HOMMES
Ils s’en vont vers l’église.
(Les cloches sonnent les vêpres.)

LES VIEUX
Ils accompagnent le cortège
des couples qui vont gaiement aux vêpres.

LES FEMMES
En route. Les cloches
nous appellent vers le Seigneur.

CANIO
Mais, n’oubliez pas !
À onze heures, ce soir !

LE CHŒUR
Allons-y ! Allons-y !
Ding, dong, sonnez les vêpres !
Filles et garçons,
par couples, hâtons-nous vers l’église !
Hâtons-nous ! Ding, dong !
Déjà, le soleil veut,

Ding, dong,
unsre Mütter beobachten uns,
seht euch vor, ihr Freunde!
Ding dong, und alles glühet hell
vor Liebe und vor Licht!
Doch die Alten bewachen
die mutigen Liebenden.
Ding, dong, usw.
(Während des Chores geht Canio in das Theater, um
sein Bajazzokostüm abzulegen. Dann kehrt er zurück
und geht, nachdem er sich lächelnd von Nedda
verabschiedet hat, mit Beppe und fünf oder sechs
Bauern hinaus. Nedda bleibt allein zurück.)



ding, dong, embrasser les collines !
Les mères nous observent,
attention, compères !
Ding, dong ! Tout s’illumine,
de lumière et d’amour !
Mais les vieillards surveillent
les ardents amoureux.
Ding, dong, etc.
(Pendant que le chœur chante, Canio va derrière le
théâtre pour enlever son costume de Paillasse, puis il
revient et après un sourire d’adieu à Nedda, quitte la
scène avec Beppe et cinq ou six villageois. Nedda reste
seule.)



🎼

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