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“Der fliegende Holländer”
by Richard Wagner libretto
(German
English)
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Daland, ein norwegischer Seefahrer - Bass Senta, seine Tochter - Sopran Erik, ein Jäger - Tenor Mary, Sentas Amme - Mezzosopran Der Steuermann Dalands - Tenor Der Holländer - Bariton Matrosen des Norwegers. Die Mannschaft des fliegenden Holländer. Mädchen Szene: Die norwegische Küste Schauplatz Erster Aufzug: Steiles Felsenufer an der Küste von Norwegen Zweiter Aufzug: Zimmer in Dalands Hause Dritter Aufzung: Seebucht mit felsigem Gestade, das Haus Dalands im Vordergrunde OUVERTURE |
Daland, a Norwegian skipper - Bass Senta, his daughter - Soprano Erik, a hunter - Tenor Mary, Senta's nurse - Mezzo-Soprano Steersman of Daland - Tenor The Dutchman - Baritone Norwegian Sailors. Crew of the Flying Dutchman. Maids Scene: the Norwegian Coast Scene of the Action Act one: A steep rocky shore of Norwegian Coast Act Two: Room in Daland's house Act Three: A bay with a rocky shore; Daland's house in the foreground OVERTURE |
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ERSTE SZENE (Steiles Felsenufer. Das Meer nimmt den grössten Teil der Bühne ein; weite Aussicht auf dasselbe. Die Felsen im Vordergrund bilden auf beiden Seiten Schluchten, aus denen die Echos antworten. - Finsteres Wetter; heftiger Sturm; zwischen den Felsen selbst verliert der Wind, den man in offener See die Wogen peitschen sieht, seine Macht, - nur von Zeit zu Zeit scheint das Heulen des Sturmes hereinzudringen. Das Schiff Dalands hat soeben dicht am Ufer Anker geworfen; die Mannschaft ist in geräuschvoller Arbeit beschäftigt, die Segel aufzustreichen, Taue auszuwerfen usw. - Daland ist ans Land gegangen; er ersteigt einen Felsen und sucht landeinwärts, die Gegend zu erkennen) |
SCENE ONE (A part of the Norwegian coast with steep and rocky cliffs in the foreground. A violent storm is raging out to sea but between the rocks it is calmer except for intermittent squalls. Daland, the Norwegian capitain, has just anchored his ship close to the shore and the sailors are busy furling sails, throwing out ropes atc. Daland has gone ashore; he has scaled a cliff in an attempt to recognize the country inland) |
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DIE MASTEROSEN (während der Arbeit) Hojohe! Hallojo! Hojohe! Hallojo! Ho! He! Ho! He! Ja! Ho! Hallojo! Ho! Johe! Hallohe! Hallohe! DALAND (kommt vom Felsen herab) Kein Zweifel! Sieben Meilen fort trieb uns der Sturm vom sichren Port. So nah' dem Ziel nach langer Fahrt, war mir der Streich noch aufgespart! STEUERMANN (vom Bord durch die hohlen Hände rufend) Ho! Kapitän! DALAND Am Bord bei euch, wie steht's? STEUERMANN Gut, Kapitän! Wir haben sichren Grund! DALAND Sandwike ist's! Genau kenn' ich die Bucht. Verwünscht! Schon sah am Ufer ich mein Haus, Senta, mein Kind, glaub' ich schon zu umarmen: - da bläst es aus dem Teufelsloch heraus! Wer baut auf Wind, baut auf Satans Erbarmen! (an Bord gehend) Was hilft's? Geduld! Der Sturn lässt nach; wenn er so tobte, währt's nicht lang. - (an Bord) He, Bursche! Lange war't ihr wach; zur Ruhe denn! Mir ist nicht bang! (Die Matrosen steigen in den Schiffsraum hinab) Nun, Steuermann, die Wache nimmst du wohl für mich? Gefahr ist nicht, doch gut ist's, wenn du wachst. STEUREMANN Seid ausser Sorg'! Schlaft ruhig, Kapitän! |
SAILORS (at work) Hojohe! Hallojo! Hojohe! Hallojo! Ho! He! Ho! He! Ja! Ho! Hallojo! Ho! Johe! Hallohe! Hallohe! DALAND (descending to the shore) No doubt! Seven miles the storm has blown us from the safety of port. So near our goal after a long voyage and now this ill-luck! STEERSMAN (on board, shouting through cupped hands) Ho! Capitain! DALAND How's everything on board? STEERSMAN All's well, Capitain. We're safe afloat. DALAND Sandwike it is. I know the bay well. Confound it! On shore I saw my home. Senta, my child, I seemed to embrace: then this devilish gale blew up! Who trusts the wind, trusts Satan's mercy! (going aboard) What's the good? Patience! The storm is abating; Raging so, it cannot last. (on board) Ho, lads! Your watch was long. Rest now! I have no fear! (The Sailors go below) Now, helmsman, you'll take the watch for me? There's no danger but you'd better stay awake. STEERSMAN Rest easy! Sleep in peace. Capitain! |
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(Daland geht in die Kajüte. Der Steuermann allein auf dem Verdeck. Der Sturm hat sich etwas gelegt und wiederholt sich nur in abgesetzen Pausen; in hoher See türmen sich die Wellen. Der Steuermann macht noch einmal die Runde, dann setzt er sich am Ruder nieder. Er gähnt; dann rüttelt er sich auf, als ihm der Schlaf kommt) STEUERMANN Mit Gewitter und Sturm aus fernem Meer, mein Mädel, bin dir nah! Über turmhohe Flut vom Süden her, mein Mädel, ich bin da! Mein Mädel, wenn nich Südwind wär', ich nimmer wohl käm' zu dir: Ach, lieber Südwind, blas noch mehr! Mein Mädel verlangt nach mir! Hohojo! Hallohoho! Jollohohoho! Hohoje! Hallohoho! ho ho ho ho ho ho! (Eine grosse Woge schwillt an und rüttelt heftig das Schiff. Der Steuermann fährt auf; er sieht nach; er überzeugt sich, dass kein Schade geschehen, setzt sich wieder am Steuer nieder und singt, während ihn die Schläfrigkeit immer mehr übermannt. Er gähnt) STEUERMANN Von des Südens Gestad', aus weitem Land - ich hab an dich gedacht; durch Gewitter und Meer vom Mohrenstrand hab dir was mitgebracht. Mein Mädel, preis den Südwind hoch, ich bring dir ein gülden Band; Ach, lieber Südwind, blase doch! Mein Mädel hätt' gern den Tand. Hoho! Je! holla ho! (Er kämpft mit der Müdigkeit und schläft endlich ein. Der Sturm beginnt von neuem heftig zu wüten; es wird finsterer. In der Ferne zeigt sich das Schiff des fliegenden Holländers mit blutroten Segeln und schwarzen Masten. Es naht sich schnell der Küste nach der dem Schiffe des Norwegers entgegengesetzten Seite. Mit einem furchtbaren Krach sinkt der Anker in den Grund. - Der Steuermann zuckt aus dem Schlafe auf; ohne seine Stellung zu verlassen, blickt er flüchtig nach dem Steuer und überzeugt, dass kein Schade geschehen, brummt den Anfang seines Liedes) STEUERMANN Mein Mädel, wenn nicht Südwind wär'. (Er schläft von neuem ein. Stumm und ohne das geringste fernere Geräusch hisst die gespenstische Mannschaft des Holländers die Segel auf usw. Der Holländer geht an das Land; er trägt schwarze spanische Tracht) |
(Daland goes into his cabin. The Steersman is alone on deck. The storm has somewhat abated; it returns only at sporadic intervals; on the open sea the waves are still rough. The steersman makes his round once more, then sits down near the rudder. He yawns, then rouses himself as sleep comes over him) STEERSMAN In gale and storm from far-off seas, my maiden, I am near you! Over towering waves from the south, my maiden, I am here! My maiden, were there no southwind, I could never come to you! Ah, dear south-wind, blow stronger! My maiden longs for me! Hohojo! Hallohoho! Jollohohoho! Hohoje! Hallohoho! ho ho ho ho ho ho! (A wave rises, violently shaking the ship. The steersman starts up and looks around; having satisfied himself that no harm has been done, he sits down again near the helm and sings, while sleep gradually overcomes him. He yawns) STEERSMAN On southern shores, in far-off lands I thought of you! Through storms and sea, from Moroccan coast I have brought you something. My maiden, praise the south-wind, I bring you a golden ring. Ah, dear south-wind, blow stronger! My maiden would like the trinket. Hoho! Je! holla ho! (He struggles with his fatigue and finally falls asleep. The storm begins to rage violently again: it grows darker. In the distance appears the ship of the Flying Dutchman, with blood-red sails and black masts. She rapidly nears the shore, on the side opposite the Norwegian ship. With a fearful crash she drops anchor. - Steersman starts up from his sleep; without leaving his place he glances hastily at the beginning of his song) STEERSMAN My maiden, were there no south-wind... (He falls asleep once more. Silently, and without the slightest sound, the spectral crew of the Dutchman furl the sails. The Dutchman goes ashore, wearing black Spanish cloathing) |
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ZWEITE SZENE HOLLÄNDER Die Frist ist um, und abermals verstrichen sind sieben Jahr': - voll Überdruss wirft mich das Meer ans Land. Ha, Stolzer Ozean! In kurzer Frist sollst du mich wieder tragen! Dein Trotz ist beugsam, doch ewig meine Qual. Das Heil, das auf dem Land ich suche, nie werd ich es finden! Euch, des Weltmeers Fluten, bleib' ich getreu, bis eure letzte Welle sich bricht und euer letztes Nass versiegt! - Wie oft in Meeres tiefsten Schund stürzt' ich voll Sehnsucht mich hinab, doch ach! den Tod, ich fand ihn nicht! Da, wo der Schiffe furchtbar Grab, trieb mein Schiff ich zum Klippengrund; doch ach! mein Grab, es schloss sich nicht. Verhöhnend droht' ich dem Piraten, in wildem Kampfe hofft' ich Tod. Hier - rief ich - zeige deine Taten, von Schätzen voll sind Schiff und Boot! Doch ach! des Meer's barbar'scher Sohn schlägt bang das Kreuz und flïgt davon! Nirgends ein Grab! Niemals der Tod! Dies der Verdammis Schreckgebot. (Er richtet seinen Blick gen Himmel) Dich frage ich, gepreisner Engel Gottes, der meines Heils Bedingung mir gewann; war ich Unsel'ger Spielwerk deines Spottes, als die Erlösung du mir zeigtest an? - Vergebne Hoffnung! Furchtbar eitler Wahn! Un ew'ge Treu auf Erden ist's getan! Nur eine Hoffnung soll mir bleiben, nur eine unerschüttert stehn: solang der Erde Keim' auch treiben, so muss sie doch zugrunde gehn! Tag des Gerichtes! Jüngster Tag! Wann brichst du an in meine Nacht? Wann dröhnt er, der Vernichtungschlag, mit dem die Welt zusammenkracht? Wann alle Toten auferstehn, dann werde ich in Nichts vergehn. Ihr Welten, endet euren Lauf! Ew'ge Vernichtung, nimm mich auf! (Der Holländer lehnt sich mit verschränkten Armen, dumpf in sich gekehrt, an eine Felswand des Vordergrundes) CHOR DER MANNSCHAFT DES HOLLÄNDERS |
SCENE TWO DUTCHMAN The time is up and seven more years have gone. Weary of it the sea casts me up on land. Ha! proud ocean! Soon you shall bear me again! Your spite is fitful, but my torment is eternal! The grace I seek on land never shall I find! To you, ocean-tides, I shall be true, until your last wave breaks, and you are drained dry. How often into the sea's deepest maw have I longingly hurled myself, yet death, ah, I found it not! There, in the awful tomb of ships, I drove mine on to the rocks, but alas, no tomb closed over me! Mockingly, I defied the pirate, in fierce combat I hoped for death. Here - I cried - Show your prowess. With treasure my ship is filled. Alas, the sea's barbarous son crossed himself in terror and fled! Nowhere a grave! Never death! This is damnation's dread command! You I ask, blessed angel of God, who won for me the terms of my salvation, was I the sorry plaything of your scorn, when you showed me the way to redemption? Vain hope! Terrible, futile folly! There is no eternal fidelity on earth! Only one hope is left to me, only one that is undestroyed: while Earth's seeds long may thrive yet one day it must end too! Day of Judgment! Day of Doom! When will you dawn and end my night? When will resound the crack of doom, rending the earth asunder? When all the dead rise up, then shall I fade into the void. Worlds, end your course! Eternal destruction, take me! THE DUTCHMAN'S CREW |
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(im Schiffsraumunsichtbar) Ew'ge Vernichtung, nimm uns auf! |
(from the hold) Eternal destruction, take us! |
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DRITTE SZENE (Daland kommt aus der Kajüte, er sieht sich nach dem Winde um und erblickt das fremde Schiff) DALAND (sich nach dem Steuermann umsehend) He! Holla! Steuermann! STEUERMANN (sich schalftrunken halb aufrichtend) 's ist nichts! 's ist nichts! "Ach, lieber Südwind, blas noch mehr, mein Mädel..." DALAND (den Steuermann aufrüttelnd) Du siehst nichts? - Gelt, du wachest brav, mein Bursch! Dort liegt ein Schiff. - Wie lange schliefst du schon? STEUERMANN (rasch auffahrend) Zum Teufel auch! Verzeiht mir, Kapitän! (Er setzt hastig das Sprachrohr an und ruft über Bord) Wer da? (Man hört Echo den Ruf wiederholen. - Lange Pause) Wer da? (Lange Pause, abermaliges Echo) DALAND Es scheint, sie sind gerad so faul als wir. STEUERMANN (wie vorher) Gebt Anwort! Schiff und Flagge? DALAND (den Holländer am Lande erblickend) Lass ab! Mich dünkt, ich seh' den Kapitän! (den Holländer anrufend) He! Holla! Seemann! Nenne dich! Wes Landes? (Langes Stillschweigen) |
SCENE THREE (Daland comes out on deck, he takes [the direction] of the wind and notices the foreign ship) DALAND (looking around for the steersman) Hey there! Steersman! STEERSMAN (half rising, still dazed with sleep) It's nothing! It's nothing! "Ah, dear south-wind, blow stronger, my maiden..." DALAND (shaking the steersman) You see nothing? - Fine watch you keep, don't you, lad? There lies a ship. - How long have you been asleep? STEERSMAN (starting up quickly) Devil take it! Pardon me, Capitain! (He takes a megaphone and calls across) Who are you? (Echo is heard; Long pause) Who are you? (Long pause. Echo is heard again) DALAND They seem just as lazy as we are. STEERSMAN (as before) Answer! Your ship and flag? DALAND (seeing the Dutchman on shore) Wait! I think I see the Capitain. (calling the Dutchman) Ahoy there! Sailor! Your name! Where are you from? (Long pause) |
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HOLLÄNDER (ohne seine Stellung zu verlassen) Weit komm ich her; - verwehrt bei Sturm und Wetter ihr mir den Ankerplatz? DALAND Behüt es Gott! Gastfreundschaft kennt der Seemann! (an das Land gehend) Wer bist du? HOLLÄNDER Holländer. DALAND Gott zum Gruss! So trieb auch doch der Sturm an diesen nackten Felsenstrand? Mi ging's nicht besser: wenig Meilen nur von hier ist meine Heimat; fast erreicht, musst' ich aufs neu mich von ihr wenden. Sag, woher kommst du? Hast Schaden du genommen? HOLLÄNDER Mein Schiff ist fest, es leidet keinen Schaden. Durch Sturm und bösen Wind verschlagen, irr auf den Wassern ich umher, - wie lange? weiss ich kaum zu sagen, schon zähl ich nicht die Jahre mehr. Unmöglich dünkt mich's, dass ich nenne die Länder alle, die ich fand: das eine nur, nach dem ich brenne, - ich find es nicht, mein Heimatland! Vergönne mir auf kurze Frist dein Haus, und deine Freundschaft soll dich nicht gereun: mit Schätzen aller Gegenden und Zonen ist reich mein Schiff beladen: willst du handeln, so sollst du sicher deines Vorteils sein. DALAND Wie wunderbar! Soll deinem Wort ich glauben? Ein Unstern, scheint's, hat dich bis jetzt verfolgt. - Um dir zu frommen, biet ich, was ich kann, - doch darf ich fragen, was dein Schiff enthält? HOLLÄNDER (Gibt der Wache seines Schiffes ein Zeichen, auf welches man von demselben eine Kiste ans Land bringt) |
DUTCHMAN (without changing his position) I come from afar: would you deny me anchorage in this storm? DALAND God forbid! A sailor is always hospitable! (going ashore) Who are you? DUTCHMAN A Dutchman. DALAND God's greeting! So the storm drove you too on this barren rocky beach? I was no luckier: only a few miles from here is my home: I was almost there when I had to turn about. Say, where are you from? Are you damaged? DUTCHMAN My ship is strong, she is undamaged. Driven on by storm and ill winds I rove the seas - how long, I can hardly tell; I no longer count the years. It is impossible to name all the lands that I have found: the only one I long for I cannot find - my homeland! Grant me a short stay in your house, and you won't regret your friendship. With treasures from every land and zone my ship is richly laden, if you'll agree, you'll profit by it. DALAND How wonderful! Can I believe you? Ill-luck seems to have dogged you. To help you I'll offer what I can: but - may I ask what your ship holds? DUTCHMAN (making a sign to his crew, two of whom bring a chest ashore) |
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Die seltensten der Schätze sollst du sehn, - kostbare Perlen, edelstes Gestein. (Er öffnet die Kiste) Blick hin, und überzeuge dich vom Werte des Preises, den ich für ein gastlich' Dach dir biete! DALAND (voll Erstaunen den Inhalt der Kiste übersehend) Wie? Ist's möglich? Diese Schätze! Wer ist so reich, den Preis dafür zu bieten? HOLLÄNDER Den Pries? Soeben hab ich ihn genannt; dies für das Obdach einer einz'gen Nacht! Doch, was du siehst, ist nur der kleinste Teil von dem, was meines Schiffes Raum verschliesst. Was frommt der Schatz? Ich habe weder Weib noch Kind, und meine Heimat find ich nie! All meinen Reichtum biet ich dir, wenn bei den Deinen du mir neue Heimat gibst. DALAND Was muss ich hören! HOLLÄNDER Hast du eine Tochter? DALAND Fürwahr, ein treues Kind. HOLLÄNDER Sie sei mein Weib! DALAND (freudig betroffen) Wie? Hör ich recht? Meine Tochter sein Weib? Er selbst spricht aus den Gedanken! Fast fürcht ich, wenn unentschlossen ich bleib, er müsst' im Vorsatze wanken. Wüsst' ich, ob ich wach' oder träume? Kann ein Eidam willkommener sein? Ein Tor, wenn das Glück ich versäume! Voll Entzücken schlage ich ein! HOLLÄNDER Ach, ohne Weib, ohne Kind bin ich, |
The rarest treasures you shall see, costly pearls, precious stones. (He open the chest) Look and satisfy yourself of the value of what I offer for a friendly roof. DALAND (looking at the contents of the chest in utter astonishment) What? Is it possible? This treasure! Who's rich enough to give a price for it? DUTCHMAN The price? I have just named it: all this for one night's shelter! Yet what you see is but the smallest part of what is stowed in my ship's hold. What use is treasure? I have neither wife nor child, and my home I shall never find! All my riches I offer you, if you give me a new home with your family. DALAND What do I hear? DUTCHMAN Have you a daughter? DALAND Indeed I have, a good child. DUTCHMAN Let her be my wife! DALAND (joyfully taken aback) What? Did I hear aright? My daughter his wife? It is his own suggestion! I almost fear that if I hesitate he may change his mind. I don't know if I am awake or dreaming. Can there be a more welcome son-in-law? I'd be a fool to miss this chance! I'm delighted with my luck! DUTCHMAN Ah, no wife, no child have I, |
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nichts fesselt mich an die Erde; rastlos verfolgte das Schicksal mich, die Qual nur war mir Gefährte. Nie werd ich die Heimat erreichen, zu was frommt mir der Güter Gewinn? Lässt du zu dem Bund dich erweichen, o! so nimm meine Schätze dahin! DALAND Wohl, Fremding, hab ich eine schöne Tochter, mit treuer Kindeslieb' ergeben mir; sie ist mein Stolz, das höchste meiner Güter, mein Trost im Unglück, meine Freund' im Glück. HOLLÄNDER Dem Vater stets bewahr' sie ihre Liebe! Ihm treu, wird sie auch treu dem Gatten sein. DALAND Du gibst Juwelen, unschätzbare Perlen, das höchste Kleinod doch, ein treues Weib - HOLLÄNDER Du gibst es mir? DALAND Ich gebe dir mein Wort. Mich rührt dein Los; freigebig, wie du bist, zeigst Edelmut und hohen Sinn du mir: den Eidam wünscht ich so, und wär dein Gut auch nicht so reich, wählt' ich doch keinen andren! HOLLÄNDER Hab Dank! Werd ich die Tochter heut noch sehn? DALAND Der nächste günst'ge Wind bringt uns nach Haus; du sollst sie sehn, und wenn sie dir gefällt - HOLLÄNDER So ist sie mein... (für sich) Wird sie mein Engel sein? - Wenn aus der Qualen Schreckgewalten die Sehnsucht nach dem Heil mich treibt, ist mir's erlaubt, mich festzuhalten an einer Hoffnung, die mir bleibt? Darf ich in jenem Wahn noch schmachten, dass sich ein Engel mir erweicht? |
nothing chains me to this Earth! A pitiless fate pursues me, torment was my only companion. I shall never reach my homeland, what good to me is gain of wealth? Just consent to our union, then take my treasure! DALAND Yes, stranger, I have a lovely daughter, devoted to me with the true love of a child: she is my pride, my greatest blessing, my comfort in misfortune, my joy in success. DUTCHMAN May she always love her father: True to him, she'll be true to her husband, too. DALAND You give jewels, priceless pearls, but the peerless gem, a true wife... DUTCHMAN You give to me? DALAND I give you my word. I am moved by your grim fate; generous as you are you show a noble heart and mind: I would like my son-in-law so; and were you not so rich, I'd still choose no other. DUTCHMAN My thanks! Shall I see your daughter today? DALAND The first fair wind will take us home, you shall see her, and if you like her... DUTCHMAN She shall be mine... (aside) Will she be my angel? When from my terrible anguish my longing for grace drives me on, dare I cling to the one hope left to me? dare I cherish the idle fancy that an angel may pity me? |
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Der Qualen, die mein Haupt umnachten, ersehntes Ziel hätt' ich erreicht? Ach! Ohne Hoffnung, wie ich bin, geb ich mich doch der Hoffnung hin! DALAND Gepreisen seid, gepreisen seid des Sturmes Gewalten, die ihr an diesen Strand mich triebt! Fürwahr, bloss hab ich festzuhalten, was sich so schön von selbst mir gibt. Die ihn an diese Küste brachten, ihr Winde, sellt gesegnet sein! Ha, womach alle Väter trachten, ein reicher Eidam, er ist mein. Ja! dem Mann mit Gut und hohem Sinn geb froh ich Haus und Tochter hin! (Das Wetter hat sich völlig aufgeklärt, - der Wind ist umgeschlagen) STEUERMANN (an Bord) Südwind! Südwind! DIE MASTEROSEN (die Mützen schwenkend) Halloho! STEUERMANN Ach, lieber Südwind, blas noch mehr! DIE MATROSEN Hohohe! Halloho! Hallo ho ho ho ho! DALAND Du siehst, das Glück ist günstig dir; der Wind ist gut, die See in Ruh. Sogleich die Anker lichten wir und segeln schnell der Heimat zu. HOLLÄNDER Darf ich dich bitten, so segelst du voran: der Wind ist frisch, doch meine Mannschaft müd; ich gönn ihr kurze Ruh und folge dann. DIE MATROSEN (während sie die Segel aufziehen) Ho! Ho! Hallohe! Hallohe! Hallohohe! |
Of the torments that bemuse my brain, have I at last reached the end? Ah, without hope, as I am, I still give in to hope! DALAND Praised be the violent storm which drove me to this shore! Truly, I have only to grasp what he so generously gives me. You winds who brought him to this coast, I bless you! Ha, what all fathers seek, a rich son-in-law, is mine! Yes, to a man so rich and noble, I gladly give my house and daughter. STEERSMAN (on board) South-wind, south-wind! SAILORS (waving their caps) Halloho! STEERSMAN Ah, dear south-wind, blow stronger! SAILORS Hohohe! Halloho! Hallo ho ho ho ho! DALAND You see, fortune favours you. The wind's set fair, the sea is calm. We'll weigh anchor now and speedily sail for home. DUTCHMAN Can I ask you to sail on ahead? The wind is fresh but my crew are weary. I'll give a short rest and follow on. SAILORS Ho! Ho! Hallohe! Hallohe! Hallohohe! |
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STEUERMANN Hallohe! Hallohe! DALAND Doch, unser Wind? HOLLÄNDER Er bläst noch lang aus Süd. Mein Schiff ist schnell, es holt dich sicher ein. DALAND Du glaubst? Wohlan, es möge denn so sein! Leb wohl, mögst heute du mein Kind noch sehn! HOLLÄNDER Gewiss! DALAND (an Bord seines Schiffes gehend) Heil! Wie die Segel schon sich bläh'n! Hallo! Hallo! (Er gibt ein Signal auf der Schiffspfeife) Frisch, Jungen, greifet an! (Das Schiff wird losgemacht) DIE MATROSEN (im Absegeln, jubelnd) Mit Gewitter und Sturm aus fernem Meer, - mein Mädel, bin dir nah! Hurrah! Über turmhohe Flut vom Süden her, - mein Mädel, ich bin da! Hurrah! Mein Mädel, wenn nicht Südwind wär, ich nimmer wohl käm zu dir; Ach, lieber Südwind, blas noch mehr! Mein Mädel verlangt nach mir. (im Absegeln, jubelnd) Hohoho! Johoho! Hohohohoho! (Der Holländer besteigt sein Schiff) (Der Vorhang fällt) |
STEERSMAN Hallohe! Hallohe! DALAND But our wind? DUTCHMAN It'll blow from the south a long time! My ship is fast, we'll overtake you for sure. DALAND You think so? Maybe. Farewell! You may still see my daughter today. DUTCHMAN Surely! DALAND (boarding his ship) Ha! How the sails swell already! Hallo! Hallo! (he gives a signal on his whistle) Come on, boys, set to! SAILORS (exultantly, as they sail away) In gales and storm from far-off seas, my maiden, I am near you! Hurrah! Over towering waves from the south, my maiden, I am here! Hurrah! My maiden, were there no south-wind, I could never come to you. Ah, dear south-wind, blow stronger! My maiden longs for me! (exultantly, as they sail away) Hohoho! Johoho! Hohohohoho! (The Dutchman goes aboard his ship) (The curtain falls) |
| libretto by Richard Wagner |
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