Così fan tutte, ossia La scuola degli amanti

by Wolfgang Amadeus Mozart libretto (German English)


Personen

Fiordiligi (Sopran)
Dorabella (original: Sopran, heute meist Mezzosopran)
Guglielmo (Bariton, im Original-Libretto von 1790 lautet die Schreibweise „Guilelmo“, die italienische Form von „Wilhelm“)
Ferrando (Tenor)
Despina (Sopran)
Don Alfonso (original: ein Bariton der „Parlando“ perfekt beherrschen muss; heute meist Bassbariton)
Chor

Ouvertüre


Roles

Fiordiligi, Lady from Ferrara and sister to Dorabella, living in Naples - soprano
Dorabella, Lady from Ferrara and sister to Fiordiligi, living in Naples - mezzo-soprano
Guglielmo, Lover of Fiordiligi, a Soldier - baritone
Ferrando, Lover of Dorabella, a Soldier - tenor
Despina, a maid - soprano
Don Alfonso, an old philosopher - bass
Chorus: soldiers, servants, sailors



Overture



ERSTER AKT

Erste Szene

Ein Kaffeehaus
(Don Alfonso, Ferrando und Guglielmo)

Nr. 1. Trio

FERRANDO
Nein, nein, Dorabella, sie wagte es nie:
so reizend und schön, so beständig ist sie.

GUGLIELMO
So ist Fiordiligi auch lauter wie Gold,
sie bleibt ohne Wandel getreu mir und hold.

DON ALFONSO
Ich hab graue Haare und sprach aus Erfahrung,
doch sei nun dem Streiten ein Ende gemacht.

FERRANDO, GUGLIELMO
Ihr wagtet zu sagen, sie könnten uns täuschen;
daß müßt Ihr beweisen, sonst nehmt Euch in acht.

DON ALFONSO
O laßt die Beweise!
(Ferrando und Guglielmo greifen zum Degen.)

ACT ONE

Scene One

A café
(Don Alfonso, Ferrando and Guglielmo)

No. 1. Trio

FERRANDO
My Dorabella couldn’t;
heaven made her faithful as she is beautiful.

GUGLIELMO
My Fiordiligi is unable to betray me;
I believe that her constancy and beauty are equal.

DON ALFONSO
I have grey hair already; I speak ex cathedra;
but let such arguments end here.

FERRANDO, GUGLIELMO
No, you’ve said to us that they can be untrue;
you must prove it to us, if you’re honest.

DON ALFONSO
Let us forget such proof...
(Ferrando and Guglielmo grip their swords.)

FERRANDO, GUGLIELMO
Doch, doch, wir verlangen’s,
sonst zieht Euren Degen. Die Freundschaft ist aus.

DON ALFONSO (beiseite)
Welch töricht Begehren! Die Wahrheit zu hören,
ist immer bedenklich, erfreulich wohl nie.

FERRANDO, GUGLIELMO (beiseite)
Der rührt mir ans Leben, der waget, nur leise
ein Wörtchen zu sprechen, beleidigend für sie.



Rezitativ

GUGLIELMO
Zieht den Degen und wählt unter uns Euren Gegner.


DON ALFONSO
Ich liebe den Frieden und trag meine Händel gleich
bei Tisch aus.

FERRANDO
Dann schlagt Euch gleich, oder sagt uns, warum
Ihr unsern Schönen nicht vertraut, ihre Treue bezweifelt.

DON ALFONSO
Sancta simplicitas, Ihr könnt so bleiben!

FERRANDO
Laßt endlich diesen Scherz. Ich schwör beim Himmel ...

FERRANDO, GUGLIELMO
No, no, we want it, or else
draw your sword and we’ll break off our friendship.

DON ALFONSO (aside)
O mad wish, to attempt to discover the evil
which makes us wretched, when found.

FERRANDO, GUGLIELMO (aside)
A man who utters a word that wrongs them
touches me on the raw.



Recitative

GUGLIELMO
Draw your sword: choose whichever of us youprefer.


DON ALFONSO
I am a man of peace and I fight no duels,
except at table.

FERRANDO
Fight, or else say at once why you suspect our
mistresses capable of infidelity.

DON ALFONSO
Beloved simplicity! How I like you!

FERRANDO
Stop joking, or I swear by heaven...

DON ALFONSO
Und ich schwöre bei Erde; ich scherze nicht, meine
Freunde. Nur möcht ich gern wissen, zu welcher
Art von Tierchen Ihr Eure Schönen zählet, ob sie,
so wie wir anderen, von Fleisch, Bein und Blut
sind, ob sie essen wie wir, ob sie trinken, kurz, ob
es Engel, ob’s Frauen sind.


FERRANDO, GUGLIELMO
Ja, Frauen: Doch so treue, so treue!

DON ALFONSO
Wie, sie sind nichts als Frauen und dabei auch noch
treu? Glücklich, wer daran glaubt, bei meiner Treu!



Nr. 2. Trio

DON ALFONSO
Die gepriesene Weibertreue,
sie gleicht dem Phönix aus Arabien.
Jeder weiß davon zu schwatzen;
doch wo ist er das weiß man nicht.

FERRANDO
Meine Braut ist solch ein Phönix!

GUGLIELMO
Meine Braut ist solch ein Phönix!

DON ALFONSO
Also zwei sogar auf einmal!
Welche kühne Phantasie!
Die gepriesene Weibertreue, usw.

FERRANDO, GUGLIELMO
Meine Braut ... usw.

DON ALFONSO
And I swear by the earth, I’m not joking, my
friends. Only I would like to know what species of
animal these beauties of yours are, if – like all of
us – they have flesh, bones, skin, if they eat like
us, if they wear skirts, in short, if they are
goddesses or women...


FERRANDO, GUGLIELMO
They’re women, but such women...

DON ALFONSO
And you insist on finding faithfulness in women?
Ah, how I like you, simplicity!



No. 2. Trio

DON ALFONSO
Women’s faithfulness
is like the Arabian phoenix.
Everyone says it exists,
where it is no one knows.

FERRANDO
Dorabella is the phoenix.

GUGLIELMO
Fiordiligi is the phoenix.

DON ALFONSO
Neither this one nor that one is;
it never existed and never will.
Women’s faithfulness, etc.

FERRANDO, GUGLIELMO
The phoenix, etc.

Rezitativ

DON ALFONSO
Nichts als Torheit der Dichter!

GUGLIELMO
Und Albernheit des Alters.

DON ALFONSO
Sehr gütig; so hört denn: wo habt Ihr den Beweis, daß
Eure Schönen stets treu sein werden? Und wo ist der
Beweis, daß ihr Herz nur für Euch noch wird schlagen?


FERRANDO
Lange Erfahrung ...

GUGLIELMO
Edle Erziehung ...

FERRANDO
Vornehmer Sinn ...

GUGLIELMO
Weibliche Sittsamkeit ...

FERRANDO
Unbestechlichkeit ...

DON ALFONSO
Tränen und Küsse, auch Seufzer, eine Ohnmacht.
Ach, laßt mich herzlich lachen.

Recitative

DON ALFONSO
Poets’ nonsense!

GUGLIELMO
Old men’s foolishness.

DON ALFONSO
Very well, listen...but without flying into a
rage...what proof do you have that your mistresses
are always constant? Who guaranteed you that
their hearts are not fickle?

FERRANDO
Long acquaintance...

GUGLIELMO
Their noble background...

FERRANDO
Their elevated mentality...

GUGLIELMO
Compatibility of temperament...

FERRANDO
Selflessness...

DON ALFONSO
Tears, sighs, caresses, fainting-fits.
Allow me to laugh a little...

FERRANDO
Zum Teufel hört, uns zu verspotten.

DON ALFONSO
Nur ruhig: Und wenn ich’s Euch handgreiflich heute
beweise, daß sie wie alle andern?

GUGLIELMO
Das kann nicht sein.

FERRANDO
Niemals!

DON ALFONSO
Es gilt.

FERRANDO
Wir wetten.

DON ALFONSO
Hundert Zechinen.

GUGLIELMO
Ja tausend, wenn Ihr wollt.

DON ALFONSO
Euer Wort denn!

FERRANDO
Unser Ehrenwort!

GUGLIELMO (zu Ferrando)
Doch was machen wir mit den hundert Zechinen?

FERRANDO
God! Stop mocking us!

DON ALFONSO
Just a moment. What if I give you tangible proof
today that they are like other women?

GUGLIELMO
That cannot be.

FERRANDO
That isn’t so.

DON ALFONSO
Let us wager.

FERRANDO
Let us wager.

DON ALFONSO
A hundred gold pieces.

GUGLIELMO
A thousand, if you like.

DON ALFONSO
Your word?

FERRANDO
Our word.

GUGLIELMO (to Ferrando)
And what shall we do with the hundred gold pieces?

Nr. 3. Trio

FERRANDO
Eine schöne Serenade
will ich meiner Liebsten bringen.

GUGLIELMO
Ich zu Ehren meiner Schönen
richte uns ein glänzend Mahl.

DON ALFONSO
Werd ich auch mit eingeladen?

FERRANDO, GUGLIELMO
Ja, mein Herr, Ihr seid dabei.

ALLE DREI
Und mit vollem Gläserklange
feiern wir den Liebesgott.
(Sie gehen hinaus.)



No. 3. Trio

FERRANDO
A lovely serenade I want
to arrange for my goddess.

GUGLIELMO
In honour of Venus
I want to give a banquet.

DON ALFONSO
Will I be among the guests?

FERRANDO, GUGLIELMO
You shall be, yes, sir.

FERRANDO, GUGLIELMO, DON ALFONSO
And how many repeated toasts
we want to propose to the god of love!
(They go out.)



Zweite Szene

Garten am Strand
(Fiordiligi und Dorabella, jede ein Medaillon mit dem
Portrait ihres Geliebten betrachtend.)


Nr. 4. Duett

FIORDILIGI
O sieh doch nur, Schwester,
ob feinere Lippen,
ein edleres Angesicht
man jemals wohl fand.

DORABELLA
Betrachte dies Bildnis,
betrachte die feurigen Augen,
sie setzen wie Blitze
die Herzen in Brand.

FIORDILIGI
Es spricht aus den Zügen
die Kampflust und die Liebe.

DORABELLA
Wie blickt dieses Auge
so zärtlich, doch voll Feuer!

FIORDILIGI, DORABELLA
Wie bin ich so selig!
Wenn jemals dies Herz von dem Teuren sich wendet,
dann, Amor, dann straf mich mit endloser Pein.



Rezitativ

FIORDILIGI
An diesem schönen Morgen fühl ich neu mich
belebt zu tausend Scherzen: In meinen Adern fühl
heute ich ein Prickeln meines Blutes ...
(Don Alfonso erscheint.)

FIORDILIGI
Dort sind sie.

Scene Two

Garden near the sea
(Fiordiligi and Dorabella are gazing at the portraits
of their lovers in the lockets they wear.)


No. 4. Duet

FIORDILIGI
Ah, look, sister!
Can a handsomer mouth,
a more noble appearance
be found?

DORABELLA
Observe for a moment,
observe what fire in his glance:
doesn’t it seem to shoot
flames, or arrows?

FIORDILIGI
One sees a countenance
of a warrior and a lover.

DORABELLA
One sees a face
that delights and threatens.

FIORDILIGI, DORABELLA
I am happy!
If this heart of mine ever changes its desire,
may Love make me suffer while I live.



Recitative

FIORDILIGI
I feel this morning I’d gladly play the madcap. I feel
a certain fire, a certain ticklishness in my veins...
(Don Alfonso comes in.)


FIORDILIGI
There they are.

DORABELLA
Nein, sie sind’s nicht, es ist Alfonso, ihr alter Freund.

FIORDILIGI
Willkommen, Signor Don Alfonso.

DON ALFONSO
Meine Damen.

DORABELLA
Was gibt’s, warum allein denn? Ihr seid traurig, um
Himmels willen sagt: Was ist geschehen? Mein Bräutigam...

FIORDILIGI
Mein Geliebter ...

DON ALFONSO
Grausames Schicksal!



Nr. 5. Arie

DON ALFONSO
Sag ich’s gleich? Ich wag es nicht.
Meiner Lippe die Kraft gebricht.
Auch die Stimme will nicht gehn,
bleibt im Halse mitten stehn.
Was tut Ihr nun? Was tu ich?
Das Geschick erfüllet sich.
Schlimmeres kann nicht mehr geschehn,
könnt vor Mitleid schier vergehn.

DORABELLA
It’s not they; it’s Don Alfonso, their friend.

FIORDILIGI
Welcome, Signor Don Alfonso.

DON ALFONSO
My respects.

DORABELLA
What is it? Why are you here alone? You weep?
Speak, for pity’s sake! What has happened? My beloved...

FIORDILIGI
My idol...

DON ALFONSO
Barbarous fate!



No. 5. Aria

DON ALFONSO
I’d like to speak, but I haven’t the heart:
my lip stammers.
My voice cannot emerge,
but remains in my throat.
What will you do? What shall I do?
Oh what a great catastrophe!
There can be nothing worse.
I feel pity for you and for them.

Rezitativ

FIORDILIGI
Himmel! Bitte erbarmt Euch, Don Alfonso, und
beendet die Qual.

DON ALFONSO
Nun gilt’s, Ihr Lieben, sich mit Mut zu bewaffnen.
Zum Felde der Ehre ruft sie des Königs Befehl.


FIORDILIGI, DORABELLA
Weh mir, was hör ich! Und ziehen sie fort?

DON ALFONSO
O, die Armen, sie haben den Mut nicht, Euch zu
sehen; doch wenn Ihr es wollt, so sei es.

DORABELLA
Sind sie hier?

DON ALFONSO
Ihr Freunde, kommt näher!
(Ferrando und Guglielmo erscheinen in Reisekleidung.)



Nr. 6. Quintett

GUGLIELMO
Schwankend nah ich, die Schritte zagen,
kaum daß mich die Füße tragen.

FERRANDO
Meine Lippen, sie versagen,
ach, kein Wort bring ich hervor.

Recitative

FIORDILIGI
Heavens! For mercy’s sake, Signor Alfonso, don’t
make us suffer.

DON ALFONSO
My children, you must arm yourselves with
constancy. A royal command summons them to the
field of battle.

FIORDILIGI, DORABELLA
Alas, what do I hear? And are they leaving?

DON ALFONSO
The unhappy men haven’t the courage to see you;
but if you wish it, they are ready...

DORABELLA
Where are they?

DON ALFONSO
Come in, friends.
(Ferrando and Guglielmo come in, in travelling clothes.)



No. 6. Quintet

GUGLIELMO
Oh God, I feel that this foot of mine
is reluctant to come before her.

FERRANDO
My trembling lip
can utter no word.

DON ALFONSO
Droht das Schicksal so grauenvoll,
muß der Held Mut bewahren.

FIORDILIGI. DORABELLA
Nun, da alles wir erfahren,
müßt Ihr uns die Gunst erweisen,
habt den Mut denn, ergreift dies Eisen
und durchbohret uns das Herz.

FERRANDO, GUGLIELMO
O Geliebte, dem Schicksal zürne,
das mich grausam trennt von dir.

DORABELLA
Nein, o nein, du darfst nicht gehen ...

FIORDILIGI
Scheiden kann ich dich nicht sehen ...

DORABELLA
Nimmer könnt ich’s überleben ...

FIORDILIGI
Eher will ich den Tod mir geben.

FERRANDO (beiseite zu Don Alfonso)
Nun, was sagt Ihr?

GUGLIELMO (beiseite zu Don Alfonso)
Nun, Ihr hört doch?

DON ALFONSO
The hero displays his manliness
in the most terrible moments.

FIORDILIGI, DORABELLA
Now that we have heard the news,
you have left the lesser duty:
take heart, and plunge your swords
into both our hearts.

FERRANDO, GUGLIELMO
My idol, blame fate
that I must abandon you.

DORABELLA
Ah no, you shall not leave...

FIORDILIGI
No, cruel one, you shall not go...

DORABELLA
First I want to tear out my heart.

FIORDILIGI
First I want to die at your feet.

FERRANDO (softly to Don Alfonso)
What do you say to that?

GUGLIELMO (softly to Don Alfonso)
You realise?

DON ALFONSO (beiseite)
Sachte, sachte, liebe Freunde: finem lauda!

ALLE
So zerstört des Schicksals Walten
alle Freuden, alles Hoffen,
ach, wem bleibt, so hart getroffen,
wem bleibt da das Leben wert?

DORABELLA
Nein, o nein, du darfst nicht gehen ...

FIORDILIGI
Scheiden kann ich dich nicht sehen ...

DORABELLA
Nimmer könnt ich’s überleben ...

FIORDILIGI
Eher will ich den Tod mir geben.

FERRANDO (beiseite zu Don Alfonso)
Nun, was sagt Ihr?

GUGLIELMO (beiseite zu Don Alfonso)
Nun, Ihr hört doch?

DON ALFONSO (beiseite)
Sachte, sachte, liebe Freunde: finem lauda!

ALLE
So zerstört, usw.

DON ALFONSO (softly)
Steady, friend, finem lauda.

ALL
Thus destiny defrauds
the hopes of mortals.
Ah, among so many misfortunes,
who can ever love life?

DORABELLA
Ah no, no, you shall not leave...

FIORDILIGI
No, cruel one, you shall not go...

DORABELLA
First I want to tear out my heart.

FIORDILIGI
First I want to die at your feet.

FERRANDO (softly to Don Alfonso)
What do you say to that?

GUGLIELMO (softly to Don Alfonso)
You realise?

DON ALFONSO (aside)
Steady, friend, finem lauda.

ALL
Destiny, etc.

Rezitativ

GUGLIELMO
O, weine nicht, du Gute.

FERRANDO
Nur nicht verzweifeln, du mein himmlisches Mädchen.

DON ALFONSO
Nein, lasset sie nur weinen: Nur zu begründet ist
ihr Schmerz, sind die Tränen.

FIORDILIGI
Seh je ich dich wohl wieder?

DORABELLA
Wer weiß, ob du zurückkommst!
(Die Liebenden umarmen sich zärtlich.)

FIORDILIGI
Laß mich mit diesem Degen den Tod mir geben;
was soll mir noch das Leben, wenn ein grausames Schicksal ...

DORABELLA
Ach, schon der Schmerz tötet wie kaltes Eisen.


FERRANDO, GUGLIELMO
O laß, du innig Geliebte, diese finstern Gedanken;
bau auf der Götter Segen, sie schützen dich und
mich auf allen Wegen.

Recitative

GUGLIELMO
Don’t cry, my beloved!

FERRANDO
Don’t despair, my darling wife!

DON ALFONSO
Allow them that comfort. They have only too much
reason to weep.

FIORDILIGI
Who knows whether I shall see you again.

DORABELLA
Who knows whether you will come back.
(They embrace tenderly.)

FIORDILIGI
Leave me this sword: may it give me death, if a
cruel fate should, in this dear bosom...

DORABELLA
My grief would kill me...
I should not need a sword.

FERRANDO, GUGLIELMO
Do not utter, my dearest, such unhappy forebodings;
he gods will preserve your peace of mind
as long as I live.

Nr. 7 Duett

FERRANDO, GUGLIELMO
Das Schicksal, es beugt sich
dem Reize der Schönen,
Gott Amor beschützet
ihr Wünschen und Sehnen
vor neidischen Sternen,
wo immer sie gehn.
Erhebe dein Auge
in Hoffen, in Freude;
bald werden wir beide
froh wieder uns sehn.



Rezitativ

DON ALFONSO (beiseite)
Die Komödie ist lustig, sie spielen beide
vortrefflich ihre Rollen.
(Hinter der Szene ertönt ein Trommelwirbel.)

FERRANDO
O Himmel, der Trommel trauriger Wirbel, der von
dir, o Geliebte, mich hinwegreißt.

DON ALFONSO
Dort seh ich schon die Barke.

FIORDILIGI
O weh mir.

DORABELLA
Ich sterbe.

No. 7. Duet

FERRANDO, GUGLIELMO
These lovely eyes
command to fate:
love protects them,
and the cruel stars
dare not disturb
their repose.
Turn towards me, my love,
a peaceful brow.
I hope to return,
happy, to your side.



Recitative

DON ALFONSO (aside)
The play is charming, and both men act their parts
well.
(A drum-roll is heard off-stage.)

FERRANDO
0 Heaven! This is the fatal drum that comes to
separate me from my beloved.

DON ALFONSO
Friends, here is the boat.

FIORDILIGI
1 faint.

DORABELLA
I die.

(In der Ferne hört man einen Militärmarsch. Ein
Boot legt am Ufer an.)


Nr. 8. Chor

CHOR
O, wie schön, Soldat zu sein!
Ein Soldat hat nie zu sorgen,
darbt er heute, schwelgt er morgen.
Bald zu Land, bald auf der See.
Bei Trompetenschall und Pfeifenklang,
bei dem Donner der Geschütze,
kämpft er frei für Ehre und Vaterland,
an den Sieg denkt er allein.
O, wie schön, Soldat zu sein!



Rezitativ

DON ALFONSO
Ihr Freunde säumt nicht länger, Ihr müßt nun eilen,
wo Euch das Schicksal, wo Eure Pflicht Euch hinruft.

FIORDILIGI
Mein Herz ...

DORABELLA
Mein süßes Leben ...

FERRANDO
Mein Glück ...

GUGLIELMO
Mein Alles!

(A military march is heard from a distance; a boat
arrives at the shore.)


No. 8. Chorus

CHORUS
Beautiful military life!
You change place every day,
much today, tomorrow little,
now on land and now on sea.
The din of trumpets and fifes,
the firing of muskets and bombs
increases the strengths of the arm and the spirit,
which dreams only of winning.
Beautiful military life!



Recitative

DON ALFONSO
There is no more time, friends; you have to go
where destiny, or rather, fate summons you.

FIORDILIGI
My heart...

DORABELLA
My idol...

FERRANDO
My love...

GUGLIELMO
My life...

FERRANDO, GUGLIELMO
Noch einen Kuß, Geliebte.

FIORDILIGI, DORABELLA
Ach, ich vergehe.



Nr. 8a. Quintett

FIORDILIGI
Du schreibst mir alle Tage,
schwör mir’s, o mein Geliebter.

DORABELLA
Ach, zweimal schreibe mir,
versprich mir’s!

GUGLIELMO
O zweifle nicht, Geliebte.

FERRANDO
Ja sicher, ja sicher, Du Teure.

DON ALFONSO (beiseite)
Ich sterbe noch vor Lachen.

FIORDILIGI
Sei getreu mir allein.

DORABELLA
Wahre die Treue.

FIORDILIGI, DORABELLA, FERRANDO, GUGLIELMO
Addio! Addio!
Ach, es zerreißt mein liebend Herz
der Trennung Schmerz.
Addio! Addio!

DON ALFONSO (beiseite)
Ich sterbe noch vor Lachen.

FERRANDO, GUGLIELMO
Embrace me, my idol!

FIORDILIGI, DORABELLA
I die of grief!



No. 8a. Quintet

FIORDILIGI
Write to me every day...
Swear, my life...

DORABELLA
And you...write to me...twice
...if you can...

GUGLIELMO
Don’t doubt...my love...

FERRANDO
Be sure...o beloved...

DON ALFONSO (aside)
If I don’t laugh, I’ll split.

FIORDILIGI
Be true to me alone.

DORABELLA
Keep faithful.

FIORDILIGI, DORABELLA, FERRANDO, GUGLIELMO
Farewell, farewell!
My heart is breaking,
my lovely idol!
Farewell, farewell!

DON ALFONSO (aside)
If I don’t laugh, I’ll split.

Nr. 9. Chor

CHOR
O wie schön, Soldat zu sein! usw.
(Während der Chor das Eingangslied wiederholt,
besteigen Ferrando und Guglielmo das Boot, das
sich danach entfernt. Die Soldaten treten ab, gefolgt
von den Männern und Frauen.)



Rezitativ

DORABELLA
(wie aus einem bösen Traum erwachend)
Sind sie fort?

DON ALFONSO
Weit hinweg schon.

FIORDILIGI
Ach, kaum vermag ich, diese Trennung zu ertragen!

DON ALFONSO
Seid standhaft, und baut auf den Himmel; doch seht,
wie von ferne mit der Hand die Geliebten sie noch grüßen.

FIORDILIGI
Sei glücklich, mein Leben!

No. 9. Chorus

CHORUS
Beautiful military life, etc.
(As the chorus is repeated, Ferrando and Guglielmo
get into the boat, which then moves off. The soldiers
leave, followed by the men and women.)




Recitative

DORABELLA
(as if waking from a daze)
Where are they?

DON ALFONSO
They have gone.

FIORDILIGI
Oh most cruel, bitter departure!

DON ALFONSO
Take heart, my dearest children. Look...from the
distance your beloved husbands are waving to you.

FIORDILIGI
Good journey, my life!

DORABELLA
Sei glücklich!

FIORDILIGI
O Gott, nur allzu eilig zieht die Barke von dannen,
sie verschwindet; schon seh ich sie nicht mehr.
Gebe der Himmel ihnen glückliche Heimkehr.

DORABELLA
Möge er sie im Kampfe vor allem Unheil schützen.

DON ALFONSO
Euch bewahr er die Liebsten und mir die Freunde.



Nr. 10. Trio

FIORDILIGI, DORABELLA, DON ALFONSO
Weht leiser, ihr Winde,
sanft schaukle die Welle;
und ihr Elemente,
seid freundlich und linde,
seid hold ihrer Fahrt!
(Fiordiligi und Dorabella gehen ab.)



Rezitativ

DON ALFONSO
Ich bin kein schlechter Komiker, schon gut so: Zum
Rendezvous erwarten mich die Freunde, die für
Mars und für Venus wie zwei Helden sich schlagen;
rasch ohne Zaudern will ich zu ihnen eilen ...
Welch Gebaren, welch übertriebener Jammer!
Desto besser für mich. Sie fallen desto schneller.
Wer wie sie sich gebärdet, pflegt am schnellsten
seinen Sinn zu verändern. Ihr armen Toren! Schon
habt ihr die Zechinen halb verloren!
„Der pflügt im Meere,
der streut in Sand den Samen
aus und sucht im Netze Windeswehn
zu fangen ein, der arglos seine Hoffnung
auf Frauentreue setzt.“
(Er geht ab.)


DORABELLA
Good journey!

FIORDILIGI
Ye Gods! How swiftly that boat goes away! It’s
disappearing already! Already it can be seen no
longer! Ah, may Heaven grant it a fortunate voyage.

DORABELLA
May it reach the battlefield with good luck.

DON ALFONSO
And may it save your lovers, and my friends.



No. 10. Trio

FIORDILIGI, DORABELLA, DON ALFONSO
May the wind be gentle,
may the wave be calm,
and may every element
respond benignly
to our wishes.
(Fiordiligi and Dorabella leave.)



Recitative

DON ALFONSO
I’m not a bad actor, all right; the two champions of
Venus and Mars will be awaiting me at the place
we agreed upon. Now it’s best to join them without
delay...All those grimaces!...all those clowning
tricks! So much the better for me: they will fall
more easily. This kind of person is the quickest to
change mood. Oh, poor men, to gamble a hundred
gold pieces for a woman?
“The man who bases his hopes
on a woman’s heart
is ploughing the sea
and sowing in the sand,
and hoping to catch in a net
the fickle wind.”
(He leaves.)



Dritte Szene

Ein Zimmer mit drei Türen
(Despina, ein keckes junges Zimmermädchen,
kommt mit Schokolade für die Damen herein.)


Rezitativ

DESPINA
Welch schauderhaftes Leben führt man als
Kammermädchen; vom Morgen bis Abend läuft
man; man plagt sich, man bemüht sich, und dann
ist alles, was man tut, doch nur für andre. Eine
Stunde schon wart’ ich mit dem fertigen
Frühstück, und ich genieße von ihrer Schokolade
nur die Düfte. Schmeckt sie mir nicht so gut wie
meiner Herrschaft?
Ja gewiß, schöne Damen, für sie ist das Trinken,
für mich das Zusehn. Ei was, ich will sie kosten:
Wie vortrefflich! Wer kommt? O weh, sie sind es selber.
(Fiordiligi und Dorabella treten ein.)
Befehlen Sie, gnädige Damen, jetzt Ihr Mittagessen?
(Dorabella wirft alles auf die Erde.)
Gott, welch Gebaren!

Scene Three

A room with three doors
(Despina arrives with chocolate on a tray.)


Recitative

DESPINA
What an accursed life it is to be a chambermaid!
From morning to evening you’re busy, you sweat
and work, and then of all the things that are done
nothing is for us. I’ve been beating for half an
hour, the chocolate is ready, and is it my lot to
stand and smell it with a dry mouth? Isn’t my
mouth perhaps like yours?
O amiable ladies, who gave the substance to you,
and the aroma to me? By heaven, I want to taste
it. How good it is! Someone’s coming! Oh, Heaven,
it’s my mistresses!
(Fiordiligi and Dorabella come in.)
Ladies, here is your lunch.
(Dorabella brushes everything to the floor.)
Goodness! What are you doing?

FIORDILIGI, DORABELLA
Ach! Ach!

DESPINA
Was ist geschehen?

FIORDILIGI
Wo ist ein Degen?

DORABELLA
Ist kein Gift zur Hand?

DESPINA
Mein Fräulein, bitte ...

DORABELLA
Entferne Dich, erzittere vor dem Ausbruch rasender
Verzweiflung! Schließe schnell dieses Fenster! Ich
hasse den Tag, hasse die Luft, die ich atme, hasse
mich selber! Wer verhöhnt meinen Schmerz, wer
kann mich trösten? Ha, fliehe weit hinweg! Laß
mich allein sein!


Nr. 11. Arie

DORABELLA
Qualen und herber Schmerz, die mich erfassen,
ihr sollt dies arme Herz nicht eher verlassen,
bis mir die Leiden den Tod gebracht.
Wird meine Liebesqual das Herz mir brechen,
dann, Eumeniden, sollt ihr mich rächen,
wenn bang mein Klagelied dringt durch die Luft.
Qualen und herber Schmerz ... usw.
(Beide Damen sinken in ihre Sessel.)

FIORDILIGI, DORABELLA
Ah! Ah!

DESPINA
What has happened?

FIORDILIGI
Where is there a sword?

DORABELLA
Where is there a poison?

DESPINA
Mistresses, I say...

DORABELLA
Ah, away with you! Fear the dire effect of a
desperate love! Close those windows! I hate the
light...I hate the air I breathe...I hate myself. Who
mocks my grief? Who consoles me? Ah, flee, for
mercy’s sake! Leave me alone.



No. 11. Aria

DORABELLA
Implacable longings that stir me,
do not cease in this soul of mine
until anguish makes me die.
If I remain alive, I’ll give the Furies
a wretched example of doomed love
with the horrible sound of my sighs.
Implacable longings, etc.
(Both sisters collapse in their chairs.)

Rezitativ

DESPINA
Signora Dorabella, Signora Fiordiligi, sagen Sie,
was ist geschehen?

FIORDILIGI
Ach, unsere Heißgeliebten, fort sind sie von Neapel.

DESPINA
Das ist alles? Sie kommen wieder.

DORABELLA
Wer weiß!

DESPINA
Wieso, wer weiß, wohin sind sie?

DORABELLA
Hinaus zu blutigen Schlachten.

DESPINA
Desto besser für beide: denn mit Lorbeer bekränzt
sehen wir sie wieder.

FIORDILIGI
Doch träfe sie der Tod?

DESPINA
Dann würde ich sagen: desto besser für Sie.

Recitative

DESPINA
Signora Dorabella, Signora Fiordiligi, tell me: what
has happened?

FIORDILIGI
Our lovers have left Naples.

DESPINA
Is that all? They’ll come back.

DORABELLA
Who knows?

DESPINA
What do you mean, who knows? Where have they gone?

DORABELLA
To the field of battle.

DESPINA
All the better for them: you’ll see them return
laden with laurels.

FIORDILIGI
But they can also die.

DESPINA
In that case...all the better for you.

FIORDILIGI
Närrin, was sagst du?

DESPINA
Die reine Wahrheit nur: Zweie verlieren Sie, es
bleiben alle anderen. Was diese haben, haben
andere auch so. Heut lieben sie den einen, und
morgen kommt der andre.

DORABELLA
O beleidige nicht so edle Herzen, sie, deren Treu
für alle Welt ein Beispiel.

DESPINA
Vorbei sind die Zeiten, wo noch Kinder an solche
Märchen glaubten.



Nr. 12. Arie

DESPINA
Beim Männervolk, bei Soldaten,
da suchen Sie treuen Sinn?
Sie verzeihen, wenn ich andrer Meinung bin.
Alle aus gleichem Stoff sind diese Männer:
Wirbelndes Espenlaub, wechselnde Winde,
die sind beständiger, treuer als sie.
Tränen voll Heuchelei, trügende Blicke,
schmeichelnde Worte und heimliche
Tücke, das ist, was alle so gut verstehn.
Sie lieben nichts in uns als ihr Vergnügen,
und sie verachten uns, wenn wir erliegen;
oh, den Barbaren ist Mitleid so fern.

FIORDILIGI
Foolish girl, what are you saying?

DESPINA
The plain truth: you lose two, you have all the
others left. Other men have everything these men
have. Now you love one man; you will love another.
One is worth the other, because none is worth anything.

DORABELLA
Don’t offend thus those lovely souls, examples of
faithfulness and immaculate love.

DESPINA
Come, come! The time is past when these tales
could be passed off on children.



No. 12. Aria

DESPINA
To hope for faithfulness
in men, in soldiers?
Don’t let people hear you, for heaven’s sake!
All men are made of the same stuff;
the swaying boughs, the fickle breezes
have greater stability than men have.
Lying tears, false looks,
deceitful voices, lying charms –
these are their outstanding qualities.
In us they love only their pleasure,
then they despise us and deny us affection,
nor does it avail to ask pity of the cruel ones.

Laßt uns mit gleichem Geld jene bezahlen,
die uns die Ruhe so grausam oft stahlen,
liebt nur zum Zeitvertreib, liebt nur zum Spaß!
La ra la, la ra la, la ra la.
Liebt nur zum Zeitvertreib, usw.
(Alle gehen ab. Don Alfonso erscheint.)




Rezitativ

DON ALFONSO
Welches Schweigen, welch wehmutsvolle Stille
atmen hier diese Räume! Arme Mädchen, sie
haben nicht ganz Unrecht: Drum müssen wir sie
trösten. Indes die beiden leichtgläubigen Freunde,
wie ich ihnen geraten, sich rasch verkleiden, will
ich noch überlegen ...
Etwas fürcht ich: Despina ... diese Schelmin, sie
könnte sie erkennen, sie könnte meine Pläne durchkreuzen.
Laß sehen ... im Notfall gibt’s ein Mittel, die Wege
schnell zu ebnen, ein paar Zechinen, die tun bei
einer Zofe große Wirkung. Doch um sicher zu
gehen, wär’s geraten, sie etwas ins Geheimnis
einzuweihen. Der Gedanke ist herrlich; dieses hier
ist ihr Zimmer. Despinetta!

DESPINA
Wer ruft mich?

O women, let us pay with the same token
this maleficent, indiscreet species.
Let us love for our convenience and for vanity.
La ra la, la ra la, la ra la la.
Let us love for our convenience, etc.
(All leave. Don Alfonso enters.)



Recitative

DON ALFONSO
What silence! What an air of sadness these rooms
breathe! Poor girls, they’re not completely wrong:
they must be consoled. Now while the two
credulous husbands go to disguise themselves, as
I told them, let us think what can be done...
I’m a little afraid of Despina...That minx might
recognise them, she might upset my machinations.
We shall see...If there should be need, a timely
little present, a little gold piece, is a great charm
for a maid. But, to be safe, one could let her in on
the secret. The plan is excellent. This is her room.
Despinetta!


DESPINA
Who’s knocking?

DON ALFONSO
Oh!

DESPINA
Ih!

DON ALFONSO
Liebes Despinchen, ich könnte dich gut brauchen.

DESPINA
Aber ich brauch Sie gar nicht.

DON ALFONSO
(zeigt ihr eine goldene Münze)
Sprich nur leise und sieh hier. Weißt du, daß deine
Damen ihre Liebsten verloren?

DESPINA
Ich weiß.

DON ALFONSO
Du kennst auch all ihre Klagen und ihren Wahn?

DESPINA
Weiß alles.

ALFONSO
Nun gut. Wenn du, um sie ein wenig zu trösten, so
wie man einem Kranken schafft Erleichterung,
irgend ein Mittel fändest, zwei jungen, flotten
Herren ihre Gunst zu gewinnen. Jene bitten so
sehr. Doch du verstehst mich. Und verdienst ohne
Mühe zwanzig Scudi, wenn das Spiel uns gelingt.

DON ALFONSO
Oh!

DESPINA
Eee!

DON ALFONSO
My dear Despina, I need you.

DESPINA
And I don’t need you at all.

DON ALFONSO
(showing her a gold coin)
Speak softly and observe. You know that your
mistresses have lost their lovers.

DESPINA
I know.

DON ALFONSO
You also know of all their lamenting and their spasms.

DESPINA
I know all about it.

DON ALFONSO
Now, then, if by chance, to console them a little,
and, as they say, to let one nail drive out another,
you could find the way to introduce into their favour
two attractive men who would like to try...You
understand me already...There’s a tip for you of
twenty crowns, if you help them succeed.

DESPINA
Sind sie schon da?

DON ALFONSO
Gewiß: und sollen sie herein?

DESPINA
Ich sag nicht nein.
(Ferrando und Guglielmo, beide verkleidet, treten ein.)



Nr. 13. Sextett

DON ALFONSO
Hier der schönen Despinetta
will ich, Freunde,
Euch empfehlen:
seid Ihr bald ans Ziel gebracht.

FERRANDO, GUGLIELMO
Bei der Hand, die ich jetzt küsse,
schönes Kind, laß es gelingen,
daß die Damen uns empfangen,
daß ihr Aug’ uns freundlich lacht.

DESPINA (beiseite)
Welch ein Aussehn, was für Kleider!
Oh, die Bärte, die Gestalten!
Sind’s Husaren, sind’s Walachen,
sollten’s gar wohl Türken sein?

DON ALFONSO (beiseite zu Despina)
Sag, wie dir die Herren behagen?

DESPINA
Where are they?

DON ALFONSO
They are out there; may they come in?

DESPINA
I’d say yes.
(Ferrando and Guglielmo come in, disguised.)



No. 13. Sextet

DON ALFONSO
My friends, I introduce you
to the beautiful Despinetta;
the consolation of your hearts
depends on her alone.

FERRANDO, GUGLIELMO
By the hand, which I happily kiss,
by those eyes, filled with grace,
make the lovely eyes of my beloved
look upon me serenely.

DESPINA (aside)
What faces! What clothes!
What appearances! What moustaches!
I don’t know if those men
are Wallachians or Turks!

DON ALFONSO (softly to Despina)
What do you think of their looks?

DESPINA
Um die Wahrheit Euch zu sagen,
solche Fratzen, einfach greulich,
sind ja Gift für Liebesglück.
Oh, die Bärte, die Gestalten!

FERRANDO, GUGLIELMO, DON ALFONSO
(beiseite)
Die Verkleidung scheint zu glücken,
sie läßt keinen Argwohn blicken,
nein, wir/Ihr werden nicht erkannt.

FIORDILIGI, DORABELLA (off-stage)
He, Despina.

DESPINA
Meine Damen!

DON ALFONSO (zu Despina)
Sie mögen kommen!
Nur fein listig, ich will hier lauschen.
(Er zieht sich zurück. Fiordiligi und Dorabella
kommen aus ihren Zimmern heraus.)


FIORDILIGI, DORABELLA
Welche Keckheit ohnegleichen,
wenn wir rufen, hier zu plaudern.
Augenblicklich, ohne Zaudern,
schaffe jene Fremden fort.

DESPINA, FERRANDO, GUGLIELMO
(Alle drei knien nieder.)
Gnädige Fräulein, o verzeihet,

DESPINA
To speak to you quite frankly,
they have an unusual face,
the very antidote of love.
What appearances! What moustaches! etc.

FERRANDO, GUGLIELMO, DON ALFONSO
(aside)
Now the affair is completely settled.
If she doesn’t recognise us/them
there is no longer any fear.

FIORDILIGI, DORABELLA (off-stage)
Eh, Despina! Hola, Despina!

DESPINA
My mistresses!

DON ALFONSO (to Despina)
Now’s the moment!
Act artfully; I’ll hide here.
(He withdraws. Fiordiligi and Dorabella come out of
their rooms.)


FIORDILIGI, DORABELLA
Arrogant girl!
What are you doing there with such people?
Have them leave at once,
or I’ll make you regret it, with them.

DESPINA, FERRANDO, GUGLIELMO
(all three kneeling)
Ah, forgive us, ladies!

Zwei verliebte arme Teufel
liegen hier zu Euren Füßen,
beten Eure Schönheit an.

FIORDILIGI, DORABELLA
Gott, was hör ich, welch Betragen?
Wer darf solchen Frevel wagen?
Wer kann so vermessen sein?

DESPINA. FERRANDO, GUGLIELMO.
Oh, besänftigt dieses Zürnen.

FIORDILIGI. DORABELLA
Nein, nicht länger kann ich’s tragen,
solche Worte hier zu wagen,
voll Verachtung und voll Schmach.

DESPINA (beiseite)
Ihr Betragen ist verdächtig,
dieses Toben und dieses Schreien.

DON ALFONSO (von der Tür)
Ihr Betragen ist verdächtig,
dieses Toben und dieses Schreien.

FERRANDO, GUGLIELMO (beiseite)
O wie reizend, wie klingt es prächtig,
dieses Toben und dieses Schreien.

FIORDILIGI, DORABELLA (beiseite)
Ach, verzeih, verzeih, Geliebter,
dieses Herz bleibt ewig dein.
Solche Worte hier zu wagen, usw.
Nein, nicht länger kann ich’s tragen, usw.

See, languishing at your lovely feet,
two wretches, swains
who worship your merit.

FIORDILIGI, DORABELLA
Just Gods! What do I hear?
Who was the unworthy author
of this enormous betrayal?

DESPINA, FERRANDO, GUGLIELMO
Ah, calm that scorn!

FIORDILIGI, DORABELLA
Ah, I can restrain myself no more!
My soul, in my breast, is filled
with anger and terror.

DESPINA (aside)
That anger and that fury
arouse a little suspicion in me.

DON ALFONSO (from the door)
That anger and that fury
arouse a little suspicion in me.

FERRANDO, GUGLIELMO (aside)
What joy to my breast
from that anger and that fury!

FIORDILIGI, DORABELLA (aside)
Ah, forgive me, my handsome love!
This heart is innocent.
My soul, in my breast, is filled, etc.
Ah, I can restrain myself no more! etc.

libretto by William Weaver, 1963
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